Feier an der Synagoge in Düsseldorf Jüdische Gemeinde gedenkt Terror-Opfern mit 1400 Kerzen

Düsseldorf · Rund 150 Menschen kamen am Samstagabend zur Synagoge in Golzheim, um mit Licht ein Zeichen der Hoffnung zu setzen. Auf der Bühne sprach neben Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt auch Oberbürgermeister Stephan Keller.

Kerzen vor der Düsseldorfer Synagoge: „Habt keine Angst zu zeigen, dass ihr jüdisch seid!“

Kerzen vor der Düsseldorfer Synagoge: „Habt keine Angst zu zeigen, dass ihr jüdisch seid!“

Foto: Bretz, Andreas (abr)

In der Dunkelheit des verregneten Abends leuchten sie, schwach aber sichtbar: 1400 Kerzen, angezündet vor der Synagoge am Paul-Spiegel-Platz in Düsseldorf. Die Menge der Lichter steht symbolisch für die Anzahl der Opfer, die am 7. Oktober in Israel von der Terror-Organisation Hamas ermordet wurden. Etwa 150 Menschen kamen am Samstag gegen 18.30 Uhr nach Golzheim, um ihnen zu gedenken.

„Heute brennen nicht nur die Chanukka-Kerzen anlässlich des jüdischen Lichterfestes“, sagte Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt bei der Gedenkfeier. „Wir wollen ein besonderes Zeichen der Hoffnung für den Frieden setzen. Auf dass alle Geiseln aus den Fängen der Hamas zurückkommen.“

Der Vorsitzende der Europäischen Rabbinerkonferenz stand auf einer provisorischen Bühne zusammen mit Oded Horowitz, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, und Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU). Die Aufgabe der Politik und der Bürger sei es, den jüdischen Mitbürgern Mut zuzusprechen, sagte Goldschmidt. „Habt keine Angst zu zeigen, dass ihr jüdisch seid!“

Bühne an der Düsseldorfer Synagoge am Samstagabend: In der Mitte mit Hut steht Pinchas Goldschmidt, links daneben Oded Horowitz und Stephan Keller.

Bühne an der Düsseldorfer Synagoge am Samstagabend: In der Mitte mit Hut steht Pinchas Goldschmidt, links daneben Oded Horowitz und Stephan Keller.

Foto: Maximilian Nowroth

OB Keller trug eine Kippa, die traditionelle Kopfbedeckung jüdischer Männer. In seiner kurzen Ansprache betonte er, wie wichtig solche öffentlichen Feiern gerade jetzt seien. „Wir stehen fest an der Seite der jüdischen Gesellschaft.“ Beim Sprechen dampfte der Atem vor Kälte, das anschließende Anzünden der Kerzen am Chanukka-Leuchter gelang wegen des Dauerregens erst nach mehreren Versuchen.

Nach den andächtigen Worten spielte ein DJ auf der Bühne getragene Lieder, danach wechselte die Musik ins Fröhliche – typisch für Chanukka. Eine weitere Tradition ist der Verzehr von Sufganiyot, einer Süßspeise, die an Berliner erinnert. Diese gab es zusammen mit Glühwein und Kinderpunsch, um sich nach der Andacht aufzuwärmen.

(now)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort