1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Jetzt kochen auch andere Gastronomen für Helden in der Corona-Krise

Corona in Düsseldorf : Jetzt kochen auch andere Gastronomen für Helden

Kerstin Rapp-Schwan wartet auf ihren Bankkredit. Das Team der Gastronomin kocht ehrenamtlich für das Marienhospital – Kollegen stellen sich nun für das Vinzenz- und Augusta-Krankenhaus an den Herd.

Wir begleiten eine Düsseldorfer Gastronomin durch die Corona-Krise. Kerstin Rapp-Schwan betreibt mit ihrem Mann Martin vier Lokale in Düsseldorf, eines in Neuss.

In Berlin ging’s los mit dem „Kochen für Helden“. Kerstin Rapp-Schwan fing als Erste in Düsseldorf damit an, für die Helden des Corona-Alltags in der Stadt zu kochen. Das Marienhospital bekommt 50 Portionen Mittagessen am Tag, auch das Team eines dm-Markts wurde schon bekocht, ebenso die Armenküche. Die Lieferanten stellen die Lebensmittel kostenlos zur Verfügung, sechs Mitarbeiter des 100-köpfigen Schwan-Teams kochen ehrenamtlich im Schwan an der Ecke Sternstraße/Duisburger Straße.

„Jetzt sind auch weitere Düsseldorfer Restaurants eingestiegen und kochen für Helden“, freut sich die 46-Jährige. Die Teams der Flurklinik und des Rocaille machen mit, auch die Mannschaft von Catering-Spezialistin Anja Kullmann. Eine Facebook-Seite ist eingerichtet.

Da Take-Away-Geschäft im Pempelforter Schwan hat sich in den letzten Tagen positiv entwickelt. Immerhin 80 bis 120 Speisen, von der Suppe bis zum Hauptgericht, werden jetzt am Tag aus der Nachbarschaft geordert. Das ist kein Vergleich zum üblichen Umsatz, aber immerhin – die Düsseldorfer wollen nicht nur selbst zu Hause kochen und beginnen damit, ihre Restaurants zu unterstützen.

Die Kollegialität in der Branche ist hoch, weiß Kerstin Rapp-Schwan. Sie ist Vorstandsmitglied im deutschen Leaders Club, einem Zusammenschluss von Gastronomen. Es werde sich sehr offen ausgetauscht über das Verhalten und Tipps in der Krise, sagt die Betriebswirtin. Geteilt etwa sei die Meinung zu Gutscheinen, die jetzt ausgegeben und eingelöst werden können, wenn das Geschäft wieder anläuft.

Rapp-Schwan will keine Gutscheine ausgeben, weil ihr später dann die Einnahmen fehlten, wenn sie frisches Geld benötige. Wichtig sei der Banche jetzt die Hilfe des Staates und der Banken. Auch erfolgreiche Gastronomen hätten bereits die Erfahrung gemacht, dass ihnen Banker mit Skepsis oder auch Ablehnung entgegenträten. Rapp-Schwan wartet noch immer auf die Kreditzusage ihrer Hausbank. Die Soforthilfe des Landes ist zugesagt, aber lange reichen die 25.000 Euro für ihre Unternehmen nicht aus – dafür sind die Fixkosten zu hoch.

Ganz oben auf der Wunschliste der Gastronomen steht die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf sieben Prozent. „Das würde uns beim Wiederaufbau helfen“, so die Düsseldorferin. Die Tütensuppe sei genauso besteuert und auch die To-Go-Speisen vom Burger King. „Warum dann nicht auch unsere Produkte“, fragt sie rhetorisch.

>>>Laufend aktuelle Informationen zur Corona-Krise lesen Sie in unserem Liveblog.

>>>Jeden Tag alle Nachrichten zur Corona-Krise in Ihrer Stadt – bestellen Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter „Total Lokal“ mit täglicher Corona-Sonderausgabe!

>>>Hier finden Sie eine Übersicht über die aktuell wichtigsten Informationen zum Coronavirus.