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Düsseldorf: Japanischer Besuch an der Grundschule in Wittlaer

Eine besondere Zusammenkunft : Japanischer Besuch an der Grundschule in Wittlaer

Einmal im Jahr wird es an der Franz-Vaahsen-Grundschule besonders kosmopolitisch. Dann kommen die Schüler der Internationalen Japanischen Schule zum Austausch.

Beim Besuch der Schüler aus Niederkassel in Wittaler stehen kleine Aktionen wie das Spielen von Gesellschaftsspielen oder gemeinsames Kochen auf dem Programm. „Einfach, um miteinander in Kontakt zu kommen und kleine Freundschaften entstehen zu lassen“, erklärt Schulleiter Jan von der Gathen. Seinen Erfahrungen nach funktioniere dies auch sehr gut, trotz der riesigen Sprachbarriere, die seine Schüler und die der japanischen Internationalen Schule trennt. Denn im Gegensatz zu den Wittlaer Grundschülern werden ihre japanischen Pendants ganz nach den Vorgaben des japanischen Schulministeriums unterrichtet, um auch in ihrem Heimatland jederzeit wieder ins Schulsystem integriert werden können. Deutsch wird natürlich auch vermittelt, aber eher im Rahmen eines kleinen Sprachkurses.

Doch gegen die Sprachproblematik hatte sich die Franz-Vaahsen-Grundschule einen kreativen Programmpunkt ausgedacht, um ihren internationalen Gästen die Geschichte des schulischen Namensgebers vermitteln zu können. Theater kann nämlich auch in pantomimischer Form ohne Wortbeiträge verstanden werden. Passenderweise standen zur Moderation mit Kai und Reena zwei japanisch-stämmige Franz-Vaahsen-Grundschüler bereit, um dem Kontext der Szenen in ihrer Muttersprache zu vermitteln.

Zwar ist die Wittlaer Grundschule die einzige in der Landeshauptstadt, die eine derart ausgeprägte Kooperation mit der Japanischen Schule pflegt. Dennoch macht sich Düsseldorf als Standort der drittgrößten japanischen Gemeinde in Europa auch in den Lehrplänen der weiterführenden Schulen bemerkbar – sofern natürlich entsprechend qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung stehen.

An der Heinrich-Heine-Gesamtschule feiert Ute Winkels mit ihrer Japanisch-AG mittlerweile Zehnjähriges – Grund genug, im Rahmen eines besonderen Weihnachtsessen mit den alten und aktuellen Schülern die landestypischen Spezialitäten im „Okinii“ auszuprobieren. „Japan ist meine zweite Heimat“, sagt Winkels, die unter anderem den Studiengang Modernes Japan an der Heinrich-Heine-Universität studierte. Mit der Japanisch-AG wolle sie ihren Schülern zum einen den Reiz und die Besonderheit der japanischen Kultur vermitteln, wofür sich derartige Aktivitäten natürlich gut eignen.

Zum anderen möchte sie sprachliche Grundlagen vermitteln, welche die Schüler vielleicht für ihren weiteren Werdegang benötigen. Dafür opfern die Schüler sogar zweimal in der Woche ihre Mittagspause, um an der AG teilzunehmen. Wer sich dann außerhalb der AG weiter mit der Sprache auseinandersetzen möchte, kann dies anschließend auf dem Cecilien-Gymnasium tun. Im Rahmen einer besonderen Kooperation dürfen Heine-Schüler der Japanisch-AG die Oberstufenkurse des Niederkasseler Gymnasiums besuchen, bei denen sogar Japanisch als Abiturprüfung absolvierbar ist.

Davon haben mittlerweile auch die Abiturientinnen Aylin Catal und Alina Janke profitiert. „Irgendwann hat uns die AG nicht mehr gereicht. Wir wollten uns auch richtig unterhalten können“, sagt Janke. Gemeinsam fuhren sie also nach Unterrichtsschluss um 16 Uhr noch zweimal wöchentlich zum Cecilien-Gymnasium, um für die Japanisch-Abiturprüfung zu pauken. „Man muss die ganze Zeit am Ball bleiben. Sonst schafft man es nicht, die vielen Schriftzeichen zu lernen“, betont Catal. Zumindest Catal studiert inzwischen Ostasienwissenschaften in Bonn und möchte sich auch beruflich mit der japanischen Sprache beschäftigen. „Mit den vielen, japanischen Niederlassungen hier ist Düsseldorf dafür auch definitiv kein schlechter Ort“, sagt die 23-Jährige.