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Kulturstädte-Ranking: Düsseldorf ist nur im Mittelfeld

Kulturstädte-Ranking : Düsseldorf ist nur im Mittelfeld

Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI) hat im Auftrag der Berenberg Bank die 30 größten Städte Deutschlands im Hinblick auf ihr Kulturleben miteinander verglichen. Düsseldorf landet in der Statistik nur auf Rang elf.

"Das ist eine Position im guten Mittelfeld", sagt Unternehmenssprecher Karsten Peter Winter von der Berenberg Bank. Jedoch haben andere nordrhein-westfälische Städte deutlich besser abgeschnitten. So belegte Münster im Bundesvergleich den siebten, Bonn sogar den fünften Platz. Die altindustriellen Städte Gelsenkirchen, Duisburg und Wuppertal bilden das Schlusslicht des Kulturstädterankings. Köln schneidet mit einem 14. Platz noch schlechter ab als Düsseldorf. Beide Städte, so das Ergebnis der Studie, müssten investieren, um im kulturellen Sektor weiter aufholen.

"Bei unserer Studie handelt es sich um eine quantitative Erhebung", betont Winter. So haben die Wissenschaftler beispielsweise die Anzahl von Kinos, Theatern, Kulturbeschäftigten, Künstlern und Kunstkonsumenten miteinander verglichen. Die Qualität sei dabei nicht berücksichtigt worden. "Dass die Kunstakademie in Düsseldorf beispielsweise einen weltweit guten Ruf genießt, schlägt in der Studie nicht zu Buche."

Bei Theater- und Opernsitzplätzen landet Düsseldorf mit circa sieben Plätzen pro 1000 Einwohner (Stand 2010) nur auf dem fünftschlechtesten Platz. Bonn schafft es auf etwa 26 Sitzplätze, Köln liegt mit etwa 5,1 noch hinter Düsseldorf. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Kulturwirtschaft landet Düsseldorf mit rund 10 000 auf Platz neun. Auch gut schneidet die Landeshauptstadt mit einem fünften Platz im bundesdeutschen Vergleich in Hinblick auf die Künstlerdichte in der Stadt ab. Köln liegt dort besser, nämlich an zweiter Stelle hinter Berlin.

"Köln und Düsseldorf haben sehr gute Entwicklungschancen, in die Spitzengruppe der deutschen Kulturmetropolen vorzustoßen", sagt Dr. Silvia Stiller, Forschungsdirektorin beim renommierten HWWI. "Da das Bildungs- und Einkommensniveau ihrer Bewohner hoch ist, die Rheinmetropolen sich dynamisch entwickeln und kulturinteressierte Neubürger anziehen. Das schafft zusätzliche Impulse für die kulturelle Nachfrage."

In Auftrag gegeben hatte die Bank das Ranking, weil Attraktivität und Vielfalt der kulturellen Landschaft als wichtige Aspekte der Lebensqualität gelten, die die Wohnortwahl von Menschen beeinflussen. Das wiederum ist für die Städte im Wettbewerb um Fachkräfte wichtig. Auch in Hinblick auf den Kulturtourismus gewinnt die kulturelle Attraktivität an Bedeutung. Rund 20 Prozent der deutschen Städtetouristen sind Kultururlauber.

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(RP)