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Düsseldorf ist NRW-Stauhauptstadt - Verkehr hat deutlich zugenommen

Köln auf Platz 2 : Düsseldorf ist NRW-Stauhauptstadt

Die Corona-Verschnaufpause für Pendler ist vorbei. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, verliert wieder deutlich mehr Zeit im Stau. In NRW stehen die Autofahrer in Düsseldorf am längsten.

Düsseldorf ist die Stau-Hauptstadt Nordrhein-Westfalens 2021. Das geht aus der aktuellen Studie des Verkehrsanalysten INRIX hervor. Demnach stand ein Berufspendler in Düsseldorf in diesem Jahr durchschnittlich 43 Stunden im Stau - gefolgt von 42 Stunden in Köln.

Damit kletterte Düsseldorf im Ranking der staureichsten Städte Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr von Rang acht auf Rang fünf. Köln stieg von Rang 13 auf Rang sechs. Während die Fahrten in die Innenstadt in Düsseldorf im Vergleich zum Februar 2020 um 16 Prozent zulegten, waren es in Köln drei Prozent weniger.

Die Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix ergab in den untersuchten deutschen Städten hochgerechnet 40 Stunden Zeitverlust für typische Auto-Pendler im Jahr 2021. Das sind 14 Stunden mehr als 2020, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Vergangenes Jahr hatte Corona die Pendlerströme ausgebremst, jetzt hat der Verkehr wieder zugenommen und der Zeitverlust ist wieder fast so hoch wie vor der Pandemie. 2019 waren es im Schnitt 46 Stunden.

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Mit Abstand am schlimmsten trifft es die autofahrenden Pendler in München: Im Schnitt 79 Stunden verloren sie aufs Jahr hochgerechnet durch Staus auf dem Weg zur Arbeit - mehr als drei Tage. Auf Platz zwei folgt Berlin mit 65 Stunden.

Ab dem von Hamburg mit 47 Stunden belegten Platz drei werden die Abstände dann allerdings deutlich geringer. Auf den Rängen vier bis zehn folgen Potsdam (46 Stunden), Pforzheim (44), Düsseldorf (43), Köln (42) sowie Nürnberg, Dresden und Münster mit je 41 Stunden Zeitverlust.

Im internationalen Vergleich kommen die deutschen Autofahrer damit allerdings noch recht glimpflich davon: Für die Stauhauptstadt London errechnete Inrix einen Zeitverlust von 148 Stunden - mehr als sechs Tage. Dahinter folgen Paris mit 140 und Brüssel mit 134 Stunden. Insbesondere in Europa haben sich die Staus der Studie zufolge wieder verschärft. In den USA sei der Verkehr dagegen im Vergleich zu 2019 deutlich flüssiger geblieben.

Inrix verkauft Verkehrsanalysen und Dienstleistungen für vernetzte Autos an Verwaltungen und Unternehmen. Je größer die Stauprobleme erscheinen, desto besser sind seine Geschäftsaussichten. Das Unternehmen ist nicht das einzige, das Studien zum Thema veröffentlicht.

So hat der ADAC zuletzt bereits in seiner Sommer-Stauanalyse für den Verkehr auf Autobahnen einen massiven Anstieg der Staus festgestellt. Eine Jahresbilanz des Verkehrsclubs für 2021 liegt noch nicht vor - ebenso beim Karten-Spezialisten TomTom, der in der Vergangenheit häufiger abweichende Rankings veröffentlichte.

Verkehrsexperten sehen solche Rankings mit gemischten Gefühlen: Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum, findet die gängigen Stau-Rankings grundsätzlich „ein Stück weit problematisch“, weil sie Besonderheiten der einzelnen Städte nicht ausreichend berücksichtigten. „Die Topographie, die Verkehrsnetzstruktur und vor allem die Pendlerverflechtungen der betrachteten Städte sind nur bedingt vergleichbar“, sagt er. Dennoch lieferten die Studien gewisse Hinweise. „Es gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Staugeschehen zu bewerten.“

(csr/dpa)