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Düsseldorf: Düsseldorf ist Hochburg für Spielhallen

Düsseldorf : Düsseldorf ist Hochburg für Spielhallen

Immer weitere Spielhallen wollen in der Stadt öffnen. Die Politik sucht Mittel, dies zu verhindern. Die Sozialdemokraten haben den Eindruck, dass die Stadt ihre besseren rechtlichen Möglichkeiten noch nicht ausschöpft.

Die Betreiber von Spielhallen freuen sich in Düsseldorf über gute Geschäfte. Rund 26 Millionen Euro verlieren Spieler pro Jahr an Automaten, und manche verspielen dabei ihr gesamtes Vermögen. Im Vergleich zu anderen Städten hat Düsseldorf dabei eine hohe Zahl an Glücksspiel-Geräten: Mehr als 2200 hängen in Spielhallen und Gaststätten im Stadtgebiet.

Die Landesfachstelle für Glücksspielsucht kritisiert, dass diese Zahl im Vergleich zu anderen Städten zu hoch ist. Auf ein Gerät kommen nach ihren Berechnungen in Düsseldorf nur rund 264 Einwohner. "Das ist aus meiner Sicht eine zu starke Verbreitung", sagt Ilona Füchtenschnieder von der Landesfachstelle auf RP-Anfrage. Andere Städte sind offenbar wirkungsvoller im Kampf gegen das ungeliebte Gewerbe: In Köln kommen auf einen Automaten rund 420 Menschen, in Neuss 501. Düsseldorf bewegt sich knapp über dem Niveau der Ruhrgebietsstädte.

Die Lokalpolitik möchte seit Jahren gegen neue Spielhallen vorgehen. Sie will dadurch der Sucht vorbeugen und fürchtet außerdem negative Folgen für Nachbarschaften, in denen sich Hallen ansiedeln. Bund und Land erließen im vergangenen Jahr ein verschärftes Gesetz, um Städten eine bessere Handhabe zu geben. Die Düsseldorfer Sozialdemokraten haben allerdings den Eindruck, dass die Stadt dessen Möglichkeiten bislang nicht konsequent genutzt hat.

So legt das Gesetz unter anderem fest, dass sich Spielhallen künftig nur noch "Spielhallen" nennen dürfen. Allerdings ist immer noch an vielen Hallen die Bezeichnung "Casino" zu sehen — zum Beispiel an einer in direkter Nachbarschaft zum Rathaus. "Da hat sich überhaupt nichts getan", kritisiert der ordnungspolitische Sprecher der SPD, Matthias Herz. Die SPD fragt heute im Ordnungsausschuss nach, wie es um die Umsetzung der neuen Regeln bestellt ist. Dazu gehört auch ein Mindestabstand zu Jugendeinrichtungen von 350 Metern.

Die Spielhallen haben sich in den vergangenen Jahren in vielen deutschen Städten ausgebreitet — trotz aller Bedenken. Auch in Düsseldorf ist ihre Zahl deutlich gestiegen. Während die Stadt 1998 noch 74 Konzessionen vergeben hatte, sind es inzwischen 102. Sie verteilten sich auf 72 Standorte; manche Hallen haben mehrere Konzessionen für benachbarte Läden beantragt. Wie die Verwaltung kürzlich berichtete, wollen sich noch viel mehr solcher Geschäfte niederlassen: Sie bekommt fast täglich Anfragen.

Eine positive Folge des Automatenspiels für die Stadt sind Steuereinnahmen. Pro Jahr gelangen zwischen einer und zwei Millionen Euro in die Stadtkasse. Angenehm für die Betreiber der Hallen ist dabei, dass in Düsseldorf bislang nur 15 Prozent der Einspielergebnisse fällig werden — andere Städte haben den Satz auf 18 Prozent erhöht.

(RP)