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Düsseldorf: "Düsseldorf ist bei der Pflege gut aufgestellt"

Düsseldorf : "Düsseldorf ist bei der Pflege gut aufgestellt"

Das "Bündnis für gute Pflege" setzt sich bundesweit für eine bessere Betreuung von Pflegebedürftigen ein. Beim Düsseldorfer Aktionstag gab es Diskussionen mit Experten wie dem Sozialdezernenten – und eine gute Note für die Stadt.

Das "Bündnis für gute Pflege" setzt sich bundesweit für eine bessere Betreuung von Pflegebedürftigen ein. Beim Düsseldorfer Aktionstag gab es Diskussionen mit Experten wie dem Sozialdezernenten — und eine gute Note für die Stadt.

Es sind unangenehme und belastende Fragen, doch irgendwann muss man sich mit ihnen auseinandersetzen: Wer kümmert sich um die eigenen Eltern oder den Ehegatten, wenn sie pflegebedürftig sind? Wer wird sich um einen kümmern, wenn man auf Hilfe angewiesen ist? Um über Fragen wie diese zu sprechen, lud das "Bündnis für gute Pflege" gestern zum Austausch und zur Diskussion ein. Im Mittelpunkt der Aktion, die von dem Düsseldorfer Kooperationspartner "Nelly-Sachs-Haus" (jüdisches Seniorenwohnheim) organisiert worden war, stand die Situation der Betroffenen in der Stadt. Als Diskussionsteilnehmer waren Ministerialdirigent Markus Leßmann vom NRW-Ministerium für Gesundheit und Pflege, der Düsseldorfer Sozialdezernent Burkhard Hintzsche und der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Thomas Geisel vor Ort. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen:

Wofür setzt sich das "Bündnis für gute Pflege" ein?

Die Bündnispartner fordern die Politik dazu auf, die Situation von Pflegebedürftigen, deren Angehörigen sowie Mitarbeitern in der Pflege zu verbessern. Das Bündnis setzt sich für maßgeschneiderte Leistungen für Pflegebedürftige, bessere Unterstützungsleistungen für pflegende Angehörige, attraktivere Lohn- und Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter und — um die Pflege finanzierbar zu machen — für eine solidarische Finanzierung der Pflege ein.

Wie viele pflegebedürftige Menschen leben zurzeit in Düsseldorf?

Laut Landesbetrieb IT.NRW leben rund 16 400 Pflegebedürftige in der Stadt — das sind 28 Betroffene je 1000 Einwohner. Die meisten — rund 75 Prozent — werden von Angehörigen zu Hause betreut.

Wie steht es um deren Betreuung?

Bert Römgens, Leiter des "Nelly-Sachs-Hauses" und Leiter der Diskussion gestern, sagt, dass die Stadt "gut aufgestellt" sei. Sie biete unterschiedliche Pflege-Modelle an, darunter Angebote, um so lang wie möglich zu Hause betreut zu werden. Wohnortnahe Angebote, etwa über die Zentren Plus, seien besonders gut. Auch im stationären Bereich sei die Stadt gut aufgestellt: Laut Sozialdezernent Burkhard Hintzsche gibt es zurzeit 5080 Plätze. In den kommenden Jahren sollten aber "rund 1000 zusätzliche Plätze" eingerichtet werden, meint Hintzsche — nicht nur wegen der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen, sondern weil sich auch die Unterbringung inzwischen ändert (der Trend geht von Gruppenzimmern zu Einzel- oder zumindest Zweibettzimmern). Eine gute Note gibt es für die Stadt auch deshalb, weil sich Betroffene unabhängig über Pflegeeinrichtungen und Hilfsangebote informieren können — persönlich zum Beispiel über das Pflegebüro der Stadt und online über die städtische Webseite www.duesseldorf.de/senioren/index.shtml.

Gibt es genügend Pflegemitarbeiter in der Stadt?

Nein, viele Stellen (auch in der Ausbildung) sind unbesetzt. SPD-Oberbürgermeisterkandidat Geisel absolvierte seinen Zivildienst einst in einem Altenheim und weiß um die schwierigen Arbeitsbedingungen. Das Gehalt und auch die Arbeitsbedingungen müssten verbessert werden, um das Problem zu lösen.

(RP)