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Düsseldorf IN: Der Immobilienmarkt und die Corona-Krise

Stadtentwicklung in Düsseldorf : Corona verändert den Immobilienmarkt

Wohnen, Arbeiten, Einkaufen: Die aktuelle Lage hat auf alle diese Lebensbereiche Auswirkungen. Beim Netzwerktreffen „Düsseldorf In“ diskutierten Experten über verschiedene Fragen zur Stadtentwicklung.

Die Corona-Krise wird sich nach Einschätzung von Experten spürbar auf den Immobilienmarkt auswirken – doch die genauen Folgen sind nicht klar. Bei der dritten digitalen Ausgabe von „Düsseldorf In“, dem Netzwerktreffen der Rheinische Post Mediengruppe, sprachen Experten aus der Branche über die Lage am Wohnungsmarkt, Erwartungen für den Büromarkt und die Bedeutung der Handelsimmobilien. Zahlreiche Gäste verfolgten die Veranstaltung an den Bildschirmen. Hier eine Zusammenfassung der Talk-Runden.

Hat sich Corona bisher auf den Wohnungsmarkt in Düsseldorf ausgewirkt? Nein, sagt Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU): „Die Krise hat noch keine Entspannung bewirkt, und ich bin mir auch nicht sicher, ob sie das wirklich tun wird.“ Experten vermuten zwar, dass sich durch den Homeoffice-Trend die Zahl der benötigten Büroflächen in der Stadt verringern wird – diese könnten dann wiederum zu Wohnungen umgebaut werden und für ein breiteres Angebot sorgen. „Das ist allerdings immer ein relativ schwieriges Unterfangen“, sagt Keller. „Auch die Eigentümer müssen mitspielen, da braucht es oft Überzeugungsarbeit.“ Die Stadt versuche, solche Projekte wo möglich zu unterstützen.

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Sind die Wohnungs-Neubauten in der Krise gut vorangekommen? „Die erwarteten Zahlen waren da, und wir haben gerade auch einen Spitzenstand bei der Zahl der Beschäftigten in der Baubranche“, sagt der Staatssekretär im NRW-Bauministerium, Jan Heinisch. Zwar habe es auch auf Baustellen Infektionsgeschehen gegeben, die Branche sei aber „weitgehend verschont geblieben“. Gleichwohl ärgert man sich in Düsseldorf über die Großprojekte, die aus anderen Gründen schon länger brach liegen. Keller: „Als Stadt müssen wir uns genau überlegen, wie wir hier mehr Druck machen.“

Welche Trends gibt es sonst auf dem Wohnungsmarkt? Beispielsweise die Einschätzung, dass Immobilien heute nicht mehr unbedingt ein Kauf fürs Leben sind. Sparkassen-Vorstand Michael Meyer berichtete, dass mancher mit geändertem Lebensentwurf nun auch sein Haus neu betrachte – etwa, wenn die Kinder der Familie ausgezogen sind und die Eltern lieber näher ins Stadtzentrum wollen. Das unterstreicht auch Thomas Schüttken (Böcker Wohnimmobilien): „Das Anspruchsdenken hat sich hier gewandelt.“

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Wird es in Düsseldorf weiter neue Einfamilienhäuser geben? In Maßen! OB Keller spricht dieser Wohnform ihre Berechtigung zu – sagt aber, dass man damit allein nicht den Wohnungsbedarf in den Griff bekommt. So sieht es auch Michael Meyer: „Es gibt ja Lebensformen, die geradezu größere Einheiten brauchen, beispielsweise beim Mehrgenerationenwohnen.“ Thomas Schüttken verweist auf das Prinzip Innen- vor Außenverdichtung: „Im Düsseldorfer Norden, wo es noch größere Grünflächen gibt, muss man darauf achten, was gesund ist und sich verträgt.“

Wie ist es mit dem Büromarkt? Zweifel an der Zukunft des Büros an sich hat Max Schultheis (CBRE) nicht: „Der Mensch wird als soziales Wesen auch weiterhin nicht nur im Homeoffice arbeiten wollen. Aber die Ansprüche an die Flächen wandeln sich.“ Gut sei es, dass nicht mehr in klaren Segmenten gedacht wird – sondern gemischte Viertel mit Wohnen und Arbeiten entstehen.

Auch im Nachhinein können sich zuvor homogene Viertel dahingehend wandeln, wie Architektin Claudia Roggenkämper (HPP) schildert: „Es gibt jede Menge Möglichkeiten, auch die Revitalisierung und Konversion eines Gebäudes.“ Dafür brauche es zu Beginn eine umfassende Bestandsanalyse, um festzustellen, ob das bei einem konkreten Gebäude möglich ist. Zudem muss immer ein Akteur vorangehen – und dann dauere alles seine Zeit.

Wie passt der Handel da hinein? Aus Sicht von Stephan Zwierzynski (Lidl) gut. Allerdings sei es bei gemischten Quartieren am besten, möglichst von Planungsbeginn an dabei zu sein. „Denn es gibt ja auch Nutzungskonflikte, beispielsweise durch unseren Lkw-Lieferverkehr“, sagt Zwierzynski.

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