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Düsseldorf: Immer mehr Jungen rufen beim Sorgentelefon an

Hilfe in Düsseldorf : Immer mehr Jungen rufen beim Sorgentelefon an

Beim Sorgentelefon des Kinderschutzbundes Düsseldorf haben 2018 mehr Jungen als Mädchen angerufen, wie der Kinderschutzbund mitteilt. So waren 54 Prozent der Anrufer männlich, knapp 46 Prozent waren weiblich. „Der Anstieg der männlichen Anrufer ist ein kontinuierlicher Trend“, sagt Bernhard Müller-Hildebrand, Koordinator des Sorgentelefons.

Das Sorgentelefon des Kinderschutzbundes wurde 1973 ins Leben gerufen, um eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche zu bilden. Das Grundprinzip seit 46 Jahren: Die Kinder und Jugendlichen rufen anonym an und werden beraten. „Wir sind das niederschwelligste Angebot“, sagt Müller-Hildebrand.

Für die Anrufer sei das Sorgentelefon oft der erste Schritt, ihr Problem einem Erwachsenen zu schildern. 7300 Anrufe haben die Ehrenamtlichen der „Nummer gegen Kummer“ 2018 entgegengenommen, 19 Prozent davon entwickelten sich zu Beratungsgesprächen. Am häufigsten sind laut Kinderschutzbund psychosoziale Probleme Themen der Beratungsgespräche, gefolgt von Sexualität und Partnerschaft.

Die Inhalte variieren von Anruf zu Anruf, erzählt eine Beraterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte – die Anonymität geht vor. Da ist das Mädchen, das sich ritzt, sich selbst verletzt und jemanden braucht, mit dem es darüber reden kann.

Der Junge, der weiß, dass er schwul ist, zum ersten Mal Kontakt mit einem anderen Mann hat und aufgeregt vor dem ersten Mal ist. Junge Menschen, die wegen Mobbing anrufen, wegen häuslicher Gewalt oder einfach, weil sie Liebeskummer haben. Die 66-jährige Beraterin ist eine von 27 Beratern beim Sorgentelefon und eine von 23 Frauen. Lediglich vier Mitglieder des Teams sind männlich.

Unter anderem deswegen sucht der Kinderschutzbund Düsseldorf neue Ehrenamtliche, ob männlich oder weiblich. Dem Einsatz geht eine Ausbildung voraus, die 150 Euro kostet und von Januar 2020 bis August andauert. Dabei ist etwa jeden Monat ein Treffen geplant. Für das Ehrenamt muss man „kommunikativ sein und gut zuhören können“, erklärt Koordinator Müller-Hildebrand. Am 5. und am 14. November finden jeweils um 18.30 Uhr Infoabende im Haus für Kinder statt, weitere Informationen gibt es unter www.kinderschutz-duesseldorf.de.