Düsseldorf Immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine in privaten Wohnungen

Düsseldorf · Fast 400 Kriegsflüchtlinge haben bis Ende 2022 bereits die Hotelzimmer verlassen, die die Stadt Düsseldorf kurzfristig angemietet hatte. Immer mehr ziehen in eigene Wohnungen.

 So sehen die kleinen Apartments aus, die die Stadt angemietet hat.

So sehen die kleinen Apartments aus, die die Stadt angemietet hat.

Foto: dpa/Sophie Brössler

Immer mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine verlassen die Hotels und ziehen in Unterkünfte, in denen sie für längere Zeit bleiben können. 8000 Ukrainerinnen und Ukrainer sind derzeit in Düsseldorf gemeldet. Etwa 1900 von ihnen sind noch in kurzfristig angemieteten Unterkünften, hauptsächlich in Hotels, untergebracht. Das sind 1600 Personen weniger als noch vor vier Monaten.

Alleine von November bis Ende Januar sollen insgesamt 700 Personen umziehen. Fast 400 Personen haben bereits bis Ende des Jahres die Hotelzimmer verlassen, die restlichen sollen in diesem Monat folgen. Ein Teil wird in städtische Unterkünfte ziehen oder Apartments, die die Stadt angemietet hat, heißt es. Ein anderer Teil siedelt in privat angemietete Wohnungen um.

Auch der Anteil der Geflüchteten, die mittlerweile in eigenen Wohnungen leben, wächst stetig. Bis Ende des Monats sollen noch 3500 Personen in städtischen Unterkünften leben, heißt es von der Stadt. 4500 müssten demnach bereits in privaten Wohnungen untergebracht sein.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind mehr als eine Million Menschen nach Deutschland geflohen – mehr als 10.000 haben sich in Düsseldorf registriert. Der Strom reißt nicht völlig ab, jede Woche kommen etwa 30 Menschen in der Landeshauptstadt an.

Für die Stadt Düsseldorf ist das zwar eine Herausforderung, von Notlagen wie in anderen Kommunen ist man aber offenbar weit entfernt. In München etwa mussten erst vor wenigen Tagen Ukraine-Flüchtlinge in eine Zeltstadt ziehen. In Düsseldorf ist die Notunterkunft in der Messe-Halle längst wieder abgebaut. Es bestehe jedoch jederzeit die Möglichkeit, die Kapazitäten wieder hochzufahren, heißt es.

Neue Flüchtlingsunterkünfte zu bauen, war von Anfang an nicht der Plan. Stattdessen hat die Stadt derzeit 65 Unterkünfte angemietet und wolle richtigen Wohnraum schaffen. Dass viele Flüchtlinge nun die Hotelzimmer verlassen, ist für die Stadt auch eine Kostenfrage. Die Unterbringung dort war der größte Posten in der Bilanz.

Im Vergleich zur Flüchtlingswelle 2015 gestalte sich die Akquise von Wohnraum als einfacher, heißt es von der Stadt. So hätten mehr private Vermieter für Ukrainer Wohnraum angeboten, ebenso wie leer stehende Bürogebäude, die sich nach einem Umbau als kommunale Unterkünfte eignen könnten.

Vor allem sollen sich die Geflüchteten selbst verpflegen können, heißt es. Das ist aber insbesondere in den Hotels vielerorts nicht so einfach, berichten Flüchtlingshelfer. Bis September wurden die Geflüchteten mit Mahlzeiten versorgt, dann musste die Stadt die Essenslieferungen jedoch einstellen. Flüchtlingshelfer berichten, dass viele Hotels zwar mittlerweile Kochmöglichkeiten eingerichtet hätten. Die meisten Bewohner wünschten sich aber, in eigene Apartments zu ziehen, und suchten auch eigenständig danach. Die Suche gestalte sich aber auf dem umkämpften Wohnungsmarkt als äußerst schwierig.

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