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Düsseldorf: Illegales Autorennen - Wieder Skandal um Flughafen-Parkservice

Entzug der Fahrerlaubnis droht : Illegales Rennen - Autos stammten von Flughafen-Parkservice

Parkservice am Flughafen – Privataufnahme eines Ex-Mitarbeiters

Jetzt trieben es zwei Angestellte auf die Spitze: Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines verbotenen Autorennens. Stadt und Polizei haben aber wenig Handhabe gegen die Unternehmen.

Jetzt haben es zwei Angestellte des Flughafen-Parkservice in Düsseldorf auf die Spitze getrieben: Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines verbotenen Autorennens. Stadt und Polizei haben aber wenig Handhabe gegen die Unternehmen.

Vier Jahre ist es her, als ein Skandal um unseriöse Parkservice-Firmen rund um den Flughafen in Düsseldorf Schlagzeilen machte. Immer wieder sind seitdem Anzeigen bei der Polizei eingegangen - von verschmutzten Autos, über zu hohe Tachostände, zu wenig Benzin im Tank bis hin zu Beschädigungen. Am Sonntagabend trieben es zwei Angestellte einer Parkservice-Firma in Rath auf die Spitze: Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines verbotenen Autorennens, die Führerscheine der 20 und 22 Jahre alten Männer sind sichergestellt worden.

Wie erkennt ein Reisender, dass er sein Auto einer seriösen Parkfirma übergeben hat?

"Sie sollten sich vor der Wahl des Anbieters über das Unternehmen informieren", sagt Frank Ferraro, Geschäftsführer des Bundesverbands unabhängiger Flughafen-Parkplatzbetreiber (BuF). Ein Gütesiegel, ein korrektes Impressum mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse, eine Mitgliedschaft beim Verband und nicht zuletzt die Verbraucher-Bewertungen sind Hinweise, dass der Parkservice seriös ist.

Welche Möglichkeiten hat die Polizei, gegen solche Firmen etwas zu unternehmen?

Wenn das Gewerbe nicht fahrlässig betrieben wird, haben die offiziellen Stellen nur begrenzt Handhabe. Beim aktuellen Fall verliert der Betreiber zwei Angestellte, mehr wird ihm wohl nicht nachzuweisen sein. Zumindest die Fahrer werden mit Konsequenzen rechnen müssen, die mit einem Mercedes C220 CDI und einem Mercedes SLK über Münsterstraße, Mörsenbroicher Ei und Ulmenstraße von Ampel zu Ampel rasten. Eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe drohen, sind andere Menschen gefährdet worden, können es bis zu fünf Jahre Gefängnis werden. Immer wieder gehen Anzeigen ein, vor fünf Jahren hat die Polizei diese einmal zusammengestellt, "rund 1000 waren es damals im Jahr", sagt Polizeisprecher André Hartwich.

Und wie sieht es bei der Stadt aus?

Mit einem Pilotversuch versuchte die Stadt vor vier Jahren, Fremdparker aus den Wohnvierteln rund um den Flughafen zu bekommen. "Das haben wir fortgeführt", sagt ein Sprecher der Stadt, "es werden weiterhin während der Oster-, Sommer- und Herbstferien verschiedene Straßen in Lichtenbroich und Rath mit einer 24-Stunden-Parkreglung mit Parkscheibe beschildert." Weitere Straßen kommen dazu, in anderen wird die Regel aufgehoben, basierend auf den "Erkenntnissen der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes oder anhand von Bürgerbeschwerden", sagt der Stadtsprecher.

Am Flughafen gibt es ausreichend Parkplätze, weitere Flächen werden gebaut. Wieso nutzen Reisende nicht diese Angebote?

79 Euro pro Woche Parkgebühr ist nicht wenig. Von den insgesamt 20.000 Parkplätzen am Airport gibt es Angebote in verschiedenen Segmenten. "Und die brauchen einen Preisvergleich nicht zu scheuen", sagt Flughafensprecherin Laura Overath. Tatsächlich bekommt ein Fluggast über den Airport schon einen Platz ab 29 Euro pro Woche - der liegt aber 1,8 Kilometer vom Terminal entfernt.

Ein Shuttle gibt es nicht. "Im Gegensatz zu Fremdanbietern gibt es auf den Parkplätzen des ,Parkvogels' grundsätzlich keine Schlüsselübergabe", sagt Overath. Und ohne Schlüssel kann ein Fahrzeug zumindest nicht ohne Gewalt bewegt werden. Zudem werden am Flughafen bis 2022 6500 neue Plätze gebaut, der Bedarf sei da.

Wie gehen seriöse Anbieter mit solchen Meldungen um?

Der BuF hat natürlich ein Interesse daran, dass es keine schwarzen Schafe gibt, "da alle Anbieter darunter leiden. Insbesondere in Düsseldorf kommt es immer wieder zu negativen Vorfällen", sagt Frank Ferraro, der eng mit Behörden zusammenarbeitet und auch schon Fortschritte sieht. Zum Beispiel sei das Umparken in den letzten zwei Jahren weniger geworden.

(RP)