Nach russischem Angriff 700 Teilnehmer bei Demonstration für die Ukraine

Düsseldorf · Bei einer Kundgebung auf dem Schadowplatz äußerten viele Ukrainer ihre Bestürzung. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und andere Spitzen der Landespolitik nahmen teil. In der Johanneskirche gab es ein ökumenisches Friedensgebet.

Düsseldorf: 700 Menschen bei Kundgebung zum Krieg in der Ukraine
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Rund 700 Menschen zeigen Solidarität mit Ukraine in Düsseldorf

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Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)

Bei einer spontan organisierten Kundgebung haben am Donnerstagabend hunderte Menschen gegen den russischen Angriff auf die Ukraine protestiert und den Westen zum Handeln aufgefordert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 700. An der Demonstration, die von einem ukrainischen Schulverein angemeldet worden war, nahmen auch etliche Spitzen aus der Landespolitik und Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) teil.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, alle Demokraten seien heute vereint in dem Appell an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Krieg zu beenden. Der Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl, Thomas Kutschaty, sprach von „einem der schwärzesten Tage in der europäischen Geschichte“. Auch Grünen-Spitzenkandidatin Mona Neubaur drückte ihre Unterstützung aus.

Die Nachricht vom Angriff auf die Ukraine hatte ab dem frühen Morgen auch die in NRW lebenden Ukrainer bestürzt. Bei der Kundgebung erinnerten viele Redner an die Angst und das drohende Leid ihrer Freunde und Angehörigen in der Heimat. Viele hatten die blau-gelbe Landesfahne mitgebracht oder hielten Schilder mit der Forderung „Stop the war“ hoch. Auch die demokratische Exilantenbewegung „Freies Russland NRW“ nahm an dem Protest teil.

 Die in Düsseldorf ansässige ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum sprach unter Tränen.

Die in Düsseldorf ansässige ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum sprach unter Tränen.

Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)

Die in Düsseldorf ansässige ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum kämpfte mit den Tränen, als sie ihren Beitrag verlas. „Es ist sehr wichtig, dass unsere Freunde uns heute unterstützen“, sagte sie. Die Generalkonsulin der USA in Düsseldorf, Pauline Kao, versicherte: „Ukraine, we stand with you“ Matthias André Richter von der Jüdischen Gemeinde erinnerte daran, dass ein erhebliche Teil der in Düsseldorf lebenden Juden aus der Ukraine stammt. Es herrsche große Sorge.

Oberbürgermeister Keller hatte bereits am Vormittag als Zeichen der Solidarität die „Mayors For Peace“-Fahne vor dem Rathaus gehisst. Die 1982 gegründete Organisation von Städten engagiert sich in Friedensarbeit und Abrüstung. Außerdem drückte er Generalkosulin Shum im Namen der Düsseldorfer seine Unterstützung aus. „Ich verurteile den Angriff Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste und fühle mit den Ukrainerinnen und Ukrainern vor Ort, aber auch hier in Düsseldorf, die nun Angst um ihre Familien, ihr Hab und Gut und ihre Heimat haben müssen“, teilte er mit.

 Am Donnerstagvormittag hisste Oberbürgermeister Stephan Keller am Rathaus eine Friedensflagge. 

Am Donnerstagvormittag hisste Oberbürgermeister Stephan Keller am Rathaus eine Friedensflagge. 

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Der evangelische Superintendent Heinrich Fucks und der katholische Stadtdechant Frank Heidkamp luden zu einem Friedensgebet in die Johanneskirche am Martin-Luther-Platz ein. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“, schrieben die beiden Seelsorger in ihrer Einladung. Diese Botschaft der ersten Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirchen aus dem Jahr 1948 habe nichts an Gültigkeit verloren. Gemeinsam mit den Bürgern wollten die Kirchen das Verlangen nach Frieden und Beendigung von Krieg und Gewalt vor Gott bringen und dafür beten. Gottesdienstbesucher waren eingeladen, auf den Stufen der Johanneskirche eine Kerze als stilles Zeichen für den Frieden abzustellen.

 Bei der Demo am Abend kamen viele mit blau-gelben Fahnen und klaren Botschaften.

Bei der Demo am Abend kamen viele mit blau-gelben Fahnen und klaren Botschaften.

Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)

Auch für Samstag ist eine Solidaritätskundgebung für die Ukraine in Düsseldorf angekündigt. Sie findet ab 14 Uhr ebenfalls auf dem Schadowplatz statt. Der Veranstalter ist diesmal Libertas Belarus, ein Bündnis, das seit Wochen gegen die russische Politik in Belarus und der Ukraine protestiert.

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