Düsseldorf: Hotel Nikko - Jubiläum mit Ballons auf Abwegen

Hotel in Düsseldorf : Nikko-Jubiläum mit Ballons auf Abwegen

Auf den Tag genau gestern vor 40 Jahren eröffnete das Hotel. Zum Jubiläum gab es herrliche Dönekes und eine lustige Panne.

Mitten in Düsseldorfs „Little Tokyo“ liegt das Hotel Nikko. Seit es vor 40 Jahren eröffnet wurde, checken Gäste aus aller Welt und vor allem Japaner im First Class Superior Hotel an der Immermannstraße ein. Im Mai gab es zwar schon eine große Jubiläumsfeier, zu der sich etwa 300 Gäste in der neu gestalteten Lobby einfanden. An dem exakten Jubiläumstag gestern wollte Sandra Epper, seit April 2017 die General Managerin des Hauses, aber noch einmal im kleinen Kreis feiern und sich bei der japanischen Gemeinschaft und den Düsseldorfern bedanken.

Sie kennen alle Geschichten: Thomas Benndorf ist seit 34 Jahren im Nikko, Monika Bunde seit 39 Jahren. Foto: Brigitte Pavetic

Zahlreiche Mitarbeiter hatte Epper auf dem Dach des Hauses versammelt. In den Händen hielten sie insgesamt 40 Luftballons, und an jedem war ein Gutschein befestigt für Frühstück, Lunch oder Dinner im Nikko oder einen Besuch im hauseigenen Spa. Mit dabei war auch Thomas Benndorf, der seit 34 Jahren dabei ist und davon fast die ganze Zeit in der Wellness-Oase arbeitete. Seine Augen leuchten, wenn er von den besonderen Begegnungen mit den großen Stars erzählt. Da war zum Beispiel der Schauspieler Götz George, der für Bavaria Ende der 1980er Jahre in Düsseldorf den Krimi „Die Katze“ drehte. Das Nikko war auch Filmkulisse, auf der Nikko-Plaza bauten die Filmleute eine Bank auf, wie Benndorf erzählte. „Sehr interessant war das, zu sehen, wie ein Film entsteht.“ George hätte jeden Tag sein Fitnessprogramm gemacht und sei in die Sauna, da hätte er sich auch öfter mal mit ihm unterhalten. „Er war ein sehr angenehmer Mensch, sehr zugänglich“, sagt Benndorf, und auch dieses ist ihm in Erinnerung geblieben: „Wir Mitarbeiter durften öfter mal als Komparsen mitmachen.“ Allerdings seien diese Szenen dann in dem Film nicht mehr aufgetaucht, ergänzt Monika Bunde. Sie ist heute Personalchefin im Nikko und ist fast von der ersten Stunde an mit dabei. „Ich habe hier vor 39 Jahren eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht.“ Kurioses hätte das Nikko-Team auch schon erlebt. „Ein Japaner hat uns mal einen ganz schönen Schrecken beschert, der ein Zimmer suchte. Der fuhr einfach mit seinem Auto durch die Glastüre in die Hotellobby. Er war wohl ein wenig betrunken.“

Der Mega-Musikstar Tina Turner ließ sich ganz locker mit Hotelmanagern fotografieren. Foto: Nikko

Gänsehautmomente gab es auch, als zum Beispiel die extravagante Grace Jones zu Besuch war. „Sie hatte abends einen Auftritt in einem Club hier in der Stadt und sang sich ein auf der 9. Etage. Sie hatte ohnehin eine unfassbare Stimme, und durch die Akkustik hallte ihr Gesang dann fast durch das ganze Hotel. Wahnsinn“, sagt Benndorf. Fast ein bisschen stolz ist Personalchefin Bunde auf die Tatsache, dass Hollywoodstar George Clooney zwar in einem anderen Hotel an der Kö übernachtete, aber zum Essen ins hauseigene Japan-Restaurant Benkay kam. „Der war sehr charmant und lustig, unser damaliger Direktor machte Fotos mit ihm.“ Vom Benkay war auch Stones-Frontmann Mick Jagger begeistert, „ansonsten waren die Stones eher inkognito im Haus unterwegs“. Die Band ACDC hatte wenig Probleme, unerkannt zu bleiben, „denn viele junge Menschen kennen sie nicht unbedingt, und ohne Schminke waren Angus Young und die anderen Bandmitglieder nicht gut zu erkennen“, sagt Bunde. Bon Jovi wollte die Nikko-Crew eigentlich überraschen. „Als der bei uns nächtigte, da hatte er gerade den Song ‚Novemberrain’ in den Charts, und wir verteilten Rosenblätter auf seinem Kissen. Leider stellte sich heraus, dass er allergisch auf diese Blume reagiert.“

Der deutsche Star-Schauspieler Götz George drehte im Nikko und war dadurch sechs Wochen auch Gast in dem Haus. Foto: Nikko
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Schlagerstar Milva war zu Gast im Hotel Nikko an der Immermannstraße. Foto: Nikko
1999: Da war Whitney Houston noch glücklich mit Bobby Brown. Foto: Nikko

Eine weitere Überraschung erlebte gestern auch General Manager Sandra Epper. Da sie erst seit einem knappen Jahr dabei sei, hätte sie noch keine wirklich „knackige“ Anekdote anzubieten, sagte sie fast ein wenig traurig. Das änderte sich dann aber noch im Laufe des Vormittags, als sie und ihr Team die 40 Ballons auf ihre Reise über Düsseldorf schicken wollten. Der Himmel war leicht düster, der Wind extrem stark und offenbar nach unten drückend, und so landeten von den 40 Ballons gut 20 in den Bäumen an der Immermannstraße. Epper trug es mit Fassung: „Damit hat ja nun wirklich keiner gerechnet“, sagte sie und steckte durch ihr Lachen ihre Truppe mit an. Auf dem Weg nach draußen, um die ersten geplatzten Ballons aufzusammeln und vor allem die Gutscheine, sagte sie: „Jetzt habe ich auch eine ganz wunderbare Anekdote. Die wird auch in die Geschichte eingehen.“

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