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Düsseldorf: Hilfe beim Bauch-weg-Training

Mütter in Düsseldorf : Baby Anton hilft Mama beim Bauch-weg-Training

Rückbildungsgymnastik für frischgebackene Mütter ist nur eines von vielen Angeboten der Elternschule an der Uni-Klinik. Auch für Väter sind interessante Kurse dabei.

Anton hat Spaß, dabei schaukelt es kräftig, es geht hin und her. Und die Mama gerät ins Schwitzen. Das ist Sinn der Sache. Sie möchte Gewicht verlieren. Das tut sie auch – auch dank Anton. Der Kleine ist neun Monate alt und mit einer übergroßen elastischen Binde vor den Bauch von Mutter Irina Neumann geschnallt. Die steckt in Turnschuhen und Sportdress. Und los geht es. 75 Minuten lang.

„Fitdankbaby“ heißt der Kurs, den die Trainerin und studierte Sportwissenschaftlerin Heike Schulz gibt. Er ist eines von vielen Angeboten der neuen Elternschule des Universitätsklinikums Düsseldorf. Sie liegt direkt gegenüber der Frauenklinik. Auf dem Stundenplan stehen alle Formen der Vor- und Nachsorge – von Geburtsvorbereitungskursen über die Stillberatung bis zur Babypflege und -massage. Stella Monaca, seit zehn Jahren Hebamme und selbst zweifache Mutter, ist die Koordinatorin. Das Ziel ist es, den Start ins Familienleben so angenehm wie möglich zu gestalten.

Dafür gibt es eigens Abende ausschließlich für die werdenden Väter. Damit möchte man im Universitätsklinikum „eine Lücke im Angebot“ schließen. In lockerer Gesprächsrunde – wahlweise auch mit männertypischen Snacks und Getränken, heißt es auf der Homepage – dürfen die Väter in Spe alle Fragen stellen, die sie sich in Gegenwart der hochschwangeren Partnerin vielleicht nicht trauen. Der „Väterabend“ ist eine reine Männerrunde. Auch vorne steht ein Mann, Dr. Carsten Hagenbeck, Oberarzt der Frauenklinik und Koordinator des Perinatalzentrums. Der Bedarf ist offenbar groß, die Abende sind in der Regel schnell ausgebucht.

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In den Vorbereitungskursen werden Eltern über alle Eventualitäten der Geburt informiert, betont Stella Monaca. Auch und gerade der werdende Vater. Der stehe ja manchmal etwas hilflos daneben, und sollte manches tunlichst lassen. Scherze zum Beispiel kämen bei der Gebärenden meist nicht so gut an, sagt die Hebamme. Überhaupt müssten sich werdende Väter darauf einstellen, erläutert Monaca, dass die Frau sich in einer absoluten Ausnahmesituation befinde. Für den liebenden Gatten habe sie dann nicht immer nur ein nettes Wort. Händchenhalten helfe oft. Aber der weibliche Händedruck unter der Geburt könne für den Mann schon mal recht schmerzhaft sein. Es sollen, erzählt Monaca, werdende Väter auch schon mal gebissen worden sein.

Ob bei den Väterabenden auch nach dem Stillen gefragt wird, weiß Stella Monaca nicht. Aber dafür gibt es ja auch das neue Stillcafé. Dort können sich Eltern, meistens sind es natürlich die Mütter, über alle Facetten des Themas informieren. Dort gibt es eine Beratung und die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs von Mutter zu Mutter. Und die Hebamme kennt selbstredend den Klassiker aller Fragen. „Wie oft darf ich mein Kind stillen?“ Da hätten Großmütter und Tanten immer noch viele vermeintlich gute Tipps parat. Dabei, sagt Monaca, gibt es letztlich nur eine Antwort: „Sie dürfen Ihr Kind so oft stillen, wie Sie wollen und können.“ Und noch eine Lücke will die Elternschule schließen. Hebammen für die Nachsorge zu finden ist oft ein Problem. Es gibt schlicht zu wenige. Deshalb wurde eine Wochenbett-Ambulanz eingerichtet, an die sich junge Mütter jederzeit wenden können.

Vor einer Geburt möchte das Team der Elternschule den Müttern vor allem die Angst nehmen, die Angst vor den Schmerzen und vor möglichen Komplikationen. „Wir informieren immer über alles, was wir tun“, sagt Stella Monaca. „Und wenn es mal schnell gehen muss, dann sagen wir so etwas wie: ,Vertrauen Sie uns, wir müssen das jetzt machen, ich erkläre es später‘.“

Das Angebot der Elternschule richtet sich nicht nur an die Eltern der über 2000 Babys, die pro Jahr im Universitätsklinikum zur Welt kommen. Jede und jeder kann die Schule aufsuchen. Der kleine Anton wurde in Gerresheim geboren. Aber Mutter Irina nimmt den Weg zur Uniklinik gerne auf sich. Sie findet den Fitness-Kurs einfach toll, auch wenn sie anfangs doch etwas Muskelkater gehabt habe. Und Trainerin Heike Schulz ergänzt noch, dass daran auch Väter teilnehmen können. So manch einer hätte während der Schwangerschaft seiner Frau ja schließlich auch etwas zugelegt.