Düsseldorf: Helge Achenbach aus Gefängnis entlassen

Ehemaliger Kunstberater aus Düsseldorf : Helge Achenbach hat das Gefängnis verlassen

Der wegen Betrugs verurteilte Ex-Kunstberater Helge Achenbach hat seine letzte Nacht im Knast verbracht. Am Mittwochmorgen kam er auf freien Fuß. Von nun an wird er in Köln bei Günter Wallraff leben.

Im Januar 2015 war er zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, am heutigen Mittwoch ist sein erster Tag in völliger Freiheit: Helge Achenbach (66), Ex-Kunstberater, kommt auf freien Fuß. Das Gericht hatte seiner vorzeitigen Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe zugestimmt. Der Termin wäre am 8. Juni gewesen. Weil er aber noch zwei so genannte Urlaubstage hat, darf er schon am Mittwoch raus und ist nun ein (ziemlich) freier Mann.

Den Rest der Strafzeit von etwa anderthalb Jahren darf er sich nichts zuschulden kommen lassen. Einen Bewährungshelfer zu benennen hat das Gericht für nicht sinnvoll erachtet.

Achenbach zieht zu Günter Wallraff

Der Vorsitzende Richter hatte bereits vor geraumer Zeit klar gemacht, dass er die seinerzeit verhängte Strafe für unverhältnismäßig hoch hält und dem Häftling Achenbach ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

Achenbach wird nun bei seinem Freund, dem Schriftsteller Günter Wallraff, in Köln leben. Und er wird mit seinem Know-how ein gemeinnütziges Projekt namens "Kultur ohne Grenzen" unterstützen, das ein vermögender Sammler und andere Kunstfreunde finanzieren wollen. Das Projekt wird auf einem Bauernhof am Stadtrand von Düsseldorf verfolgte Künstler unterstützen, vor allem aus Irak, Syrien und Libyen.

Betuchte Kunden betrogen

Achenbach hatte einen Skandal im Kunsthandel verursacht. Er hatte betuchte Kunden wie den verstorbenen Aldi-Erben und Milliardär Berthold Albrecht durch verdeckte Preisaufschläge bei Kunst- und Oldtimerankäufen um insgesamt fast 20 Millionen Euro betrogen. Nach dem Tod des Duz-Freundes hatte Albrechts Witwe Unregelmäßigkeiten bei den Geschäften entdeckt.

Der Kunstberater war im Juni 2014 bei der Rückkehr aus Brasilien festgenommen worden, wo er das WM-Quartier der deutschen Fußball-Nationalelf mit Kunstwerken ausgestattet hatte. Seine Unternehmen gingen pleite. Rund 2500 Kunstwerke aus dem einstigen Firmenbesitz wurden für insgesamt rund 11,5 Millionen Euro versteigert.

Mit Material von der Nachrichtenagentur dpa.

(ho-)
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