Düsseldorf: Düsseldorf hat 240 Taxen zu viel

Düsseldorf : Düsseldorf hat 240 Taxen zu viel

Schon seit mehr als zehn Jahren versucht die Stadt, die Zahl der Taxen in Düsseldorf zu reduzieren. Aktuell sind es 1311 Fahrzeuge, die zwar zu Messe- oder Karnevalszeiten stark gebucht, aber sonst nur mehr oder weniger gut ausgelastet sind.

"Es sind eigentlich nur 60 Tage im Jahr, an denen das Geschäft gut läuft", sagt Dennis Klusmeier, Chef der Taxi-Innung. An Altweiber werden in einer Schicht bis zu 400 Euro Umsatz gemacht, bei einer Spitzenmesse wie einer Drupa 250 Euro. "Aber an den normalen Tagen wie jetzt sind es lediglich 110 bis 150 Euro." Der Kuchen reicht nicht für alle, deswegen soll die Zahl der Taxen reduziert werden.

Der Gutachter Thomas Krause hat gestern im Verkehrsausschuss vorgeschlagen, wie das geschehen kann: Durch intensive Kontrollen der Steuer- und sonstigen Abgaben ließe sich die Zahl der Fahrzeuge mittelfristig um 240 reduzieren. Die Zahl der Konzessionen solle weiter verringert werden, denn für eine Stadt wie Düsseldorf reichten 900 bis 1000 Taxen aus. Düsseldorf komme auf 2,8 Taxen pro 100 000 Einwohner, nur Frankfurt sei mit dem Wert 2,9 noch besser versorgt. Die Stadt will diesen Vorschlag nun prüfen.

Krause geht nach eingehender Befragung der Unternehmen davon aus, dass rund ein Viertel von ihnen nur existieren kann, weil es "einen ,kreativen' Umgang mit Umsatz, Kosten und Gewinn" gibt. In Hamburg habe man mit den Kontrollen gute Erfolge erzielt, dort sei die Zahl der Taxen um 900 reduziert worden.

In Düsseldorf scheint die Situation für viele Fahrer schwierig zu sein. 36 Prozent von ihnen tun nichts für ihre Altersvorsorge, weitere 30 Prozent legen weniger als 300 Euro an die Seite. Jene 26 Prozent der Unternehmen, die laut Gutachter wirtschaftlich nicht lebensfähig sind, dürften an einem Tiefpunkt dazu neigen, Fahrzeug und Konzession weiter zu verkaufen. Dafür gibt es laut Insidern in Düsseldorf im Durchschnitt um die 50 000 Euro.

Der Verkehrsausschuss segnete zudem die neuen, bereits bekannten Taxitarife ab. Danach kosten die ersten 1400 Meter weiterhin 5,50 Euro. Sollten auf dieser Strecke Wartezeiten entstehen, so springt das Taxameter erst nach fünf Minuten und 19 Sekunden um. Diese Zeitspanne wird bis zur Ratssitzung heute noch einmal überprüft, da sie bislang bei zwei Minuten liegt. Allerdings ist alles mit dem Eichamt abgestimmt.

Jeder weitere Kilometer kostet künftig 1,90 Euro (plus zehn Cent). Der Pauschalpreis für die Fahrt von der Messe zum Flughafen erhöht sich um einen auf 16 Euro. Der Tarif für eine Stunde Wartezeit bleibt bei 16 Euro. Bei einer Beförderung von mehr als vier Personen kann ein Großraumzuschlag von sieben Euro erhoben werden. Einen Zuschlag von zwei Euro für eine Zahlung mit der Kreditkarte lehnt die Stadt ab.

(RP)
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