Abfallvermeidung in Düsseldorf Mehrweg wird in Düsseldorf Standard bei Großveranstaltungen

Düsseldorf · Auf einigen Veranstaltungen wurde das Konzept bereits ausprobiert: Statt Einweg-Geschirr kam Mehrweg zum Einsatz, sowohl bei Speisen als auch bei Getränken. Jetzt soll es immer so sein.

Bei der Rheinkirmes kam 2024 erstmals ein vollumfassendes Mehrweg-Konzept zum Einsatz.

Bei der Rheinkirmes kam 2024 erstmals ein vollumfassendes Mehrweg-Konzept zum Einsatz.

Foto: Anne Orthen (ort)

Auf der Rheinkirmes, dem Weihnachtsmarkt oder beim Karneval hat es bereits gut funktioniert: der Einsatz von Mehrweggeschirr. Jetzt soll die Verwendung dieser Variante zum Standard bei allen Düsseldorfer Großveranstaltungen werden. Von Juni bis August soll bei fünf Großveranstaltungen nach Angaben der Stadt vorrangig wiederverwendbares Geschirr zum Einsatz kommen. Das umfasst den Japan-Tag, die Fanzonen der Fußball-Europameisterschaft, die Rheinkirmes, das Frankreichfest und das Gourmet Festival.

Grundlage dafür ist das bereits seit 2020 geltende Mehrweggebot in der Abfallentsorgungssatzung der Landeshauptstadt. Bei dieser Umstellung habe die Stadt eng mit den Schaustellern und Veranstaltern zusammengearbeitet. In den vergangenen Jahren konnte so bereits schrittweise das Mehrweggebot umgesetzt werden. Das reichte von einer Mehrwegalternative über die Umstellung auf Mehrwegbecher bis hin zum umfassenden Einsatz von Mehrweggeschirr seit 2024. Damit ist die Düsseldorfer Rheinkirmes Vorreiter in NRW.

Dabei dürfen minimale Verpackungen eingesetzt werden, etwa Papierspitztüten für Pommes oder Pappe und Servietten für Crêpes und Reibekuchen. „Viele sind bereits routiniert im Einsatz von Mehrweg“, erklärt ein Mitarbeiter des Umweltamtes in der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen am Montag. Dabei sei die Methode egal, es könne eigenes Geschirr eingesetzt oder auf Poolsysteme zurückgegriffen werden. Dabei stellen externe Anbieter ein einheitliches System für alle Gastronomen zur Verfügung. Dieses kann dann entsprechend auch an allen teilnehmenden Ständen wieder abgegeben werden, teilweise soll es auch zentrale Rückgabestellen geben. So soll das Mehrwegsystem sowohl für Kunden als auch für Anbieter attraktiver werden.

„Die Stadt unterstützt bei Fragen zu Mehrweg Veranstalter gerne“, betont der Mitarbeiter. Sollte das überhaupt nicht funktionieren, könne aber auch eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Auch kleinere Veranstaltungen sollen in Zukunft umstellen. „Eine Ausnahme gibt es in diesem Sommer: Sollten wir Hochrisikospiele bei der EM bekommen, könnte es sein, dass wir das Mehrweggebot aussetzen“, erklärt der Mitarbeiter. Damit sind solche gemeint, bei denen es zu Ausschreitungen zwischen Fans kommen könnte. Insgesamt habe das Thema mittlerweile aber viel Zustimmung, sowohl Besucherinnen und Besucher als auch Veranstalter seien sensibilisierter. Im Ausschuss signalisierte die Politik große Zustimmung zur Standardisierung des Mehrwegkonzeptes, auf das lange hingearbeitet wurde.

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