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Düsseldorf-Gerresheim: Gedenkfeier zum Volkstrauertag abgesagt

Düsseldorf-Gerresheim : Gedenkfeier zum Volkstrauertag abgesagt

Am Volkstrauertag gedenken die Deutschen der Opfer der beiden Weltkriege sowie des Nationalsozialismus. Die traditionelle Gedenkfeier in Düsseldorf-Gerresheim ist nun Corona-bedingt abgesagt worden. Kränze sollen trotzdem niedergelegt werden.

Das Gedenken an die Opfer von Krieg, Gewalt und Terrorherrschaft hat in Gerresheim eine jahrzehntelange Tradition. Die Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Gerresheimer Waldfriedhof zum Volkstrauertag wird am Sonntag (15. November) in diesem Jahr jedoch nicht stattfinden. Das teilte die Stadt am Dienstag mit.

„Gerade bei wieder steigenden Fallzahlen ist es deshalb erforderlich, Infektionsketten und damit die weitere Ausbreitung des Virus zu vermeiden“, sagte ein Sprecher. Die Bezirksvertretung 7 habe daher entschieden, die Veranstaltung in diesem Jahr ausfallen zu lassen und bitte um Verständnis dafür.

Den Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde, welcher die Veranstaltung in den letzten Jahren begleitete, die Gedenkrede und das gemeinsame Singen der Nationalhymne werde es in diesem Jahr damit nicht geben, sagte der Sprecher.

Um dennoch ein Zeichen zu setzen, dass der Grund für diese Gedenkfeier nicht in Vergessenheit geraten ist, wird die BV 7 einen Kranz am Ehrenmal niederlegen. Die Vertreter der Bundeswehr, die diesem Gedenken in jedem Jahr beiwohnen, wollen diesem Beispiel folgen.

Am Volkstrauertag gedenken die Deutschen der Opfer der beiden Weltkriege sowie des Nationalsozialismus. Seit Anfang der 1950er Jahre findet der nationale Gedenktag jeweils im November statt, und zwar zwei Sonntage vor dem ersten Advent. Der Tag soll zu Versöhnung, Verständigung und Frieden mahnen.

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs eingeführt. Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Reichstag in Berlin statt. Zunächst wurde dieser Gedenktag jeweils am fünften Sonntag vor Ostern begangen. 1934 benannten die nationalsozialistischen Machthaber den Volkstrauertag in „Heldengedenktag“ um. Träger wurden NSDAP und Wehrmacht.

Nach Gründung der Bundesrepublik übernahm erneut der Volksbund die Federführung über den Gedenktag. 1950 fand erstmals eine Gedenkstunde im Bundestag statt. Um sich von der Tradition des „Heldengedenktags“ abzusetzen, wurde der Volkstrauertag auf den November verlegt.

Nach dem Mauerfall beschloss die Bundesregierung, die Neue Wache in Berlin-Mitte - ein klassizistisches Bauwerk von Karl Friedrich Schinkel aus dem 19. Jahrhundert - zur „Zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland“ zu erklären. Seit 1993 legen dort der Bundespräsident und die Repräsentanten der anderen Verfassungsorgane des Bundes Kränze nieder. Im Zentrum des Raumes befindet sich eine Vergrößerung der Plastik „Mutter mit totem Sohn“ von Käthe Kollwitz.

(csr/kna)