Düsseldorf: Gericht verurteilt Saleh A. zu sieben Jahren Haft

Terrorprozess in Düsseldorf: Saleh A. muss sieben Jahre in Haft

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat Saleh A. verurteilt. Er muss sieben Jahre in Haft. Vom Vorwurf, ein Attentat in der Düsseldorfer Altstadt geplant zu haben, wurde er freigesprochen.

Verurteilt wurde Saleh A. wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der Benutzung von Kriegswaffen und wegen Totschlags in einem Fall. Der Angeklagte soll in Syrien einen Scharfschützen der syrischen Armee erschossen haben, während er in der Terrormiliz kämpfte.

Der Richter hob die ruhige und konzentrierte Atmosphäre während des Verfahrens positiv hervor. Dazu hätten alle beigetragen, nicht zuletzt der Angeklagte. Allerdings habe er den Eindruck gewonnen, dass Saleh A. stets auf seinen eigenen Vorteil aus gewesen sei.

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Saleh A. musste sich seit dem 6. Juli 2017 vor Gericht verantworten. Zunächst lautete der Vorwurf, dass er ein Attentat in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben soll. Laut Anklageschrift wollten Saleh A. und zwei weitere Angeklagte einen Selbstmordanschlag auf der Bolkerstraße - außerhalb Düsseldorfs als längste Theke der Welt bekannt - verüben und Flüchtende unter anderem etwa an der Heinrich-Heine-Allee mit Kalaschnikows erschießen. Nur: Während des Prozess entpuppten sich die angeblichen Anschlagpläne als Lüge. Mit Informationen über die erfundenen Attentatspläne habe sich der Syrer als Belohnung ein Aufenthaltsrecht und den Nachzug seiner in Syrien lebenden Familie erhofft, sagte der Vertreter des Bundesanwalts am Montag. Die beiden Mitangeklagten wurden bereits freigesprochen.

Der Vertreter des Bundesanwalts hatte am Montag in seinem Plädoyer dennoch achteinhalb Jahre Haft für Saleh A. gefordert - wegen der drei Vorwürfe, wegen derer er nun verurteilt wurde. Der Anwalt von Saleh A. hatte auf eine Haftstrafe nicht über fünf Jahren plädiert.