Gala-Abend zur Wiedereröffnung von Düsseldorfs größtem Bürgerhaus Aus der Freizeitstätte wird das Kulturhaus Süd

Düsseldorf · Mit zwei Gala-Abenden wurde am Wochenende die Wiedereröffnung nach einem rund zweijährigen Umbau gefeiert. Rund sechs Millionen Euro wurden in die Öffnung des Hauses in den Stadtteil sowie die energetische Sanierung und die neue Technik investiert.

So schön ist das neue Kulturhaus Süd geworden
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So schön ist das neue Kulturhaus Süd in Garath geworden

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Foto: Röhrig

Der rote Teppich war am Wochenende gleich zweimal ausgerollt für die Besucher der beiden Gala-Abende zur Wiedereröffnung der Freizeitstätte Garath. Mitte 2020 war mit dem Um- und Ausbau begonnen worden, mehr als zwei Jahre später ist endlich (fast) alles fertig. Rund sechs Millionen Euro kamen dabei aus Geldern von Stadt, Land und EU. Einrichtungsleiterin Maren Siegel erinnerte in ihrer Dankesrede daran, dass ihr 2019 bei den ersten Planungen von Vertretern der Bezirksregierung gesagt wurde, dass sie den Umbau doch viel größer denken solle als von ihr zunächst angedacht. Das Haus, das aus Mitte der 1970er Jahre stammt, wurde mit viel Aufwand vor allem energetisch und technisch in die Jetzt-Zeit gehoben. Seinen besonderen Stil hat es nicht verloren, die Architektur aus der Beton-Zeit wurde sogar noch akzentuiert. Zudem öffnet es sich nun besser in den Stadtteil hinein. Genau das, was Sinn der Freizeitstätte Garath sei, sagte Jugendamtsleiter Stephan Glaremin.

Wobei der Name Freizeitstätte nun das letzte Mal Verwendung finden soll; denn mit dem Umbau wollte das Team von Düsseldorfs größtem Bürgerhaus einen neuen finden. Einen, der passender zu dem vielfältigen Angebot des Hauses ist. Der über den Düsseldorfer Süden hinaus zeigt, wofür das Haus seit Jahrzehnten bekannt ist: Hier spielte schon nahezu jeder und jede, der oder die in der Kabarett- und Comedyszene einen Namen hat. Für die Umbenennung war eigens ein Wettbewerb ins Leben gerufen worden.

Die Ehre, diesen in dem Gala-Abend für geladene Gäste am Freitag zu verkünden, war Kabarettist Tobias Mann zuteil geworden, der schlagfertig und witzig durch die Veranstaltungen führte. Kulturhaus Süd heißt nun das Haus, das dem Düsseldorfer Jugendamt untersteht. Tobias Mann, der selbst schon viele Male auf der Bühne des Garather Kulturtempels zu Gast war, hatte eigens ein Lied umgetextet, mit dessen Refrain das Publikum animiert wurde, sich den neuen Namen einzubläuen. Dass das nicht hundertprozentig klappte, bewies wenig später ein Besucher, der, als der Name Freizeitstätte Garath fiel, hineinrief: „Kulturzentrum Süd“. Knapp daneben.

 Freuten sich am roten Teppich über den gelungenen Umbau des Hauses: Ruth Orzessek-Kruppa (v.l.), Leiterin des Planungsamtes, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Jugendamtleiter Stephan Glaremin, Einrichtungsleiterin Maren Siegel und Hiltrud Hora, Verantwortliche für das Kulturprogramm.

Freuten sich am roten Teppich über den gelungenen Umbau des Hauses: Ruth Orzessek-Kruppa (v.l.), Leiterin des Planungsamtes, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Jugendamtleiter Stephan Glaremin, Einrichtungsleiterin Maren Siegel und Hiltrud Hora, Verantwortliche für das Kulturprogramm.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Die ersten beiden Abende nach dem Umbau, sowohl unter dem neuen Namen als auch mit der neusten Technik, gelangen mit Bravour: Das Team um Veranstaltungsleiterin Hiltrud Hora hatte ganze Arbeit geleistet: Comedy, Kabarett, Poetry, Jonglage, Akrobatik, Musik-Kabarett — ­für jeden war was dabei. Weil alle Künstler so viel Spaß am Spielen hatten, endet der Gala-Abend für geladene Gäste erst, als der Samstag schon deutlich eingeläutet war. Dabei musste die neue Bestuhlung beweisen, ob sie Sitzfleisch-Qualitäten hat.

 Einrichtungsleiterin Maren Siegel (am Mikrofon) dankte ihrem ganzen Team, das während der Umbau-Phase starke Nerven beweisen musste.

Einrichtungsleiterin Maren Siegel (am Mikrofon) dankte ihrem ganzen Team, das während der Umbau-Phase starke Nerven beweisen musste.

Foto: Andrea Röhrig

Um das alte, neue Haus nach der zweijährigen Umbauphase, in der zwar die Kurse weiterlaufen konnten, aber nicht das Kulturprogramm, nun noch besser nutzen zu können, hat das Jugendamt das Personal aufgestockt. Denn neben diesem beherbergt das Kulturhaus Süd beispielsweise auch Düsseldorfs bislang einziges Kinderparlament, das Mittwochmorgen in seine neue Legislaturperiode startet, und auch das Stadtteilparlament tagt ab Dienstag wieder dort. An diesen beiden Tagen werden noch Brandwachen der Feuerwehr bereitstehen müssen. Denn wie das so ist, wenn gebaut wird: Man wird doch nicht komplett zum festgelegten Termin fertig.

 Kabarettist Tobias Mann hatte beim Gala-Abend für geladene Gäste am Freitag die Ehre, den neuen Namen der Freizeitstätte offiziell zu verkünden.

Kabarettist Tobias Mann hatte beim Gala-Abend für geladene Gäste am Freitag die Ehre, den neuen Namen der Freizeitstätte offiziell zu verkünden.

Foto: Andrea Röhrig

So kann die Brandmeldeanlage noch nicht in den Betrieb genommen werden. „Wir haben rund ein Jahr auf die Sirene warten müssen. Die ist jetzt da und eingebaut, muss aber noch vom TÜV abgenommen werden“, erläutert Jugendamtsleiter Stephan Glaremin. Das soll nun aller Voraussicht nach am Mittwoch erfolgen. Die ganze Woche wurde noch fleißig im Kulturhaus Süd gearbeitet. Dafür dankte Maren Siegel besonders dem Team des Technischen Gebäudemanagements der Stadt, das mitgeholfen habe, „um den Termin halten zu können.“