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Düsseldorf: Ganztag hilft Familien bei der Betreuung

Ausflüge und Aktionen : Wenn Ferienkinder in die Schule gehen

An vielen Grundschulen herrscht trotz Sommerferien reges Treiben. Grund ist der Offene Ganztag (OGS), der meist drei Wochen geöffnet bleibt. Viele Eltern sind auf dieses Betreuungsangebot angewiesen. Ein Blick nach Düsseldorf.

Dass sich die Tochter von Marita Mettner vor dem Eingang der Carl-Sonnenschein-Schule in Düsseldorf derart zügig von ihrer Mutter verabschiedet, ist ungewöhnlich. Zwar geht die kleine Martha gerne zur Schule – aber einen solchen Eifer an den Tag zu legen, ist selbst für die fleißige Grundschülerin ungewöhnlich. Das dürfte zum einen daran liegen, dass der vergangene Dienstag kein gewöhnlicher Schultag war, schließlich sind seit Mitte Juli Sommerferien. Aber Martha geht in die Ferienbetreuung der offenen Ganztagsschule und verbringt deshalb die ersten drei Wochen ihrer Ferien in der Schule. Zum anderen dürfte die Begeisterung der Grundschülerin daran liegen, dass an diesem Tag ein besonderer Programmpunkt ansteht. Zwar geht es für gewöhnlich an jedem zweiten Tag für die Kinder der OGS zu einem wechselnden Ausflug. Aber der Besuch des Krefelder Zoos stellt für jedes der 50 Kinder einen Höhepunkt dar.

Drei Wochen lang sorgten Katrina Köhler und ihr 20-köpfiges-Team dafür, dass die Kinder trotz der bekannten Umgebung den Schulalltag für eine Weile vergessen durften. Das betraf sowohl die eigentlichen OGS-Kinder als auch jene, die nur an der Übermittags-Betreuung teilnehmen und deshalb kurz vor dem Mittagessen um halb zwei wieder abgeholt werden. Dass an der Düsseltaler Schule nur die ersten drei Ferienwochen angeboten werden, hat einen bestimmten Grund. „Das Ferienprogramm ist anstrengend, der anschließende Schulbetrieb auch. Da ist es wichtig, dass die Kinder zwischendurch auch mal durchhängen dürfen“, sagt Köhler. Geht es nicht zu einem der zahlreichen Ausflugsorte wie Ginos Kinderland, den Abenteuerspielplatz Oberkassel oder in den Grafenberger Wald, müssen die Kinder anderweitig beschäftigt werden. Etwa mit einer Bastel-Aktion oder einer Wasserschlacht auf dem Schulhof.

„Bei solchen Temperaturen empfehlen wir den Eltern, für die Kinder eine Tasche mit Handtuch und Badehose hier zu lassen“, sagt Köhler. Wasserbomben und Wasserpistolen stehen zur Abkühlung jedenfalls bereit. Ihren Ferientag ein bisschen selber mitbestimmen dürfen die Kinder aber auch, vor allem beim Mittagessen. „Da gibt es dann meistens nur coole Sachen wie selbst gemachte Pizza. Da freuen sich natürlich alle.“ Steht wie an diesem Tag ein Ausflug an, stellt der Caterer fertige Lunchpakete bereit. Für Henry (8) und Ruben (9) ist es jedenfalls das Beste an der Geschichte, dass die starre Klassenstruktur während der OGS-Betreuung aufgebrochen sind. „Dann findet man auch mal außerhalb der Klasse neue Freunde“, sagt Ruben.

Das ständige Beisammensein mit Altersgenossen sei auch für Martha ein toller Nebeneffekt, meint ihre Mutter. „Martha hat nämlich keine Geschwister.“ Zwar biete auch ihr Arbeitgeber in Kooperation mit dem TV Grafenberg eine Betreuung an – bei ihren Freunden in der Schule würde sie sich jedoch wohler fühlen. So viel Unterbringungsmöglichkeiten hatte Ulrich Habeck für Sohn Raimund nicht zur Auswahl – umso mehr ist er auf die Carl-Sonnenschein-Schule angewiesen. Zwar kennt er auch Angebote wie die Düsselferien oder von verschiedenen Sportvereinen. Jedoch seien die schnell ausgebucht, zumal die Betreuung in der OGS von der Stadt finanziert und deshalb kostenlos sind. „Die Großeltern können ja auch nicht die ganze Zeit in Beschlag genommen werden. Und nur zu Hause zu hocken, ist für ihn ja langweilig. Bei so vielen Wochen Ferien kämen wir ohne diese Art der Betreuung nicht klar.“