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Düsseldorf​: Für Deichbau in Himmelgeist werden 200 Bäume gefällt​

Hochwasserschutz in Düsseldorf : Für Deichbau in Himmelgeist werden 200 Bäume gefällt

Der Streit um den Deichbau in Düsseldorf-Himmelgeist geht weiter. Die Bezirksregierung hat Beschwerde gegen das OVG-Urteil zum Deich im Rheinbogen eingelegt. Die Planungen sind erneut Thema im Bauausschuss. Bis zu 200 Bäume könnten gefällt werden.

Im juristischen Streit um die Planung des Deichs im Himmelgeister Rheinbogen hat die Bezirksregierung Düsseldorf mit ihrer Beschwerde gegen die vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschiedene Nichtzulassung der Revision ein weiteres Kapitel aufgeschlagen.

Das OVG hatte in einer mündlichen Verhandlung Anfang Februar festgestellt, dass der von der Bezirksregierung 2020 genehmigte Planfeststellungsbeschluss Mängel aufweist, die die Behörden jedoch durch Nacharbeiten beheben könnten. Jetzt muss als Erstes geklärt werden, ob eine Revision gegen das Urteil nun doch möglich ist.

Während nun also Juristen weiter um das Thema streiten werden, macht man sich in Düsseldorf bei der Politik und der Stadtverwaltung Gedanken, wie man bei dem Thema Deichbau im Himmelgeister Rheinbogen abseits der Gerichte vorankommen könnte. So steht für die Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 23. August, ein Antrag der Grünen auf der Tagesordnung, der vor den Sommerferien aus der Stadtratssitzung in den Fachausschuss geschoben wurde.

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Darin fordern die Grünen, dass sich der Stadtrat nun klar für die Verlegung der Deichlinie von seinem jetzigen Standort ins Landesinnere einsetzen soll, unter anderem um mehr Retentionsfläche für den Rhein bei Hochwasser zu schaffen und zum Schutz der dortigen biologischen Vielfalt. Der Stadtentwässerungsbetrieb hat bislang eine Sanierung des aktuellen Deichs geplant.

Bei diesem Thema sind sich die beiden Kooperationspartner Grüne und CDU nach wie vor uneins. Die unterschiedlichen Sichtweisen -– die CDU hat die Sorge, dass eine Neuplanung den Deichbau dort um viele weitere Jahre verzögert – war auch schon Anfang 2021 im Kooperationsvertrag hinterlegt worden.

Andreas Hartnigk, CDU-Ratsmitglied und Vorsitzender des Bauausschusses, setzt nun darauf, dass ein für die Sitzung angekündigter Vortrag von Stadtkämmerin Dorothée Schneider und dem Leiter des Stadtentwässerungsbetriebes, Ingo Noppen, die Abstimmung über zwei Anträge erstmal überflüssig macht. Neben den Grünen hat auch die SPD-Fraktion einen Antrag eingebracht. Mit dem schlägt diese vor, dass man sozusagen beim Thema Deichbau im Rheinbogen zurück auf Start geht.

Wichtig ist CDU-Politiker Andreas Hartnigk, dass die Bevölkerung wissen soll, dass die Politik in Düsseldorf an dem Thema Lückenschluss und Deichsanierung in Himmelgeist dran sei. Und es geht tatsächlich voran. Ende 2023 soll der Bau von zwei Deichabschnitten beginnen: die Schließung der Deichlücken in der direkten Ortslage von Himmelgeist und in dem Abschnitt für Schlossmeierhof. Dafür sollen bald schon Rodungen beginnen.

Rund um den Deich-Abschnitt für Schloss Meierhof müssen auf der künftigen Deichlinie 44 Bäumen zuzüglich dreier Tothölzer und rund 3745 Quadratmeter so genannter Aufwuchs entfernt werden. In der Ortslage Himmelgeist ist laut Verwaltung zur Freimachung des Baufeldes sogar das Fällen von 150 Bäumen zuzüglich zweier Tothölzer nötig. Auch hier ist noch die Rodung von Aufwuchs auf einer Fläche von circa 1000 Quadratmetern Grün erforderlich, das soll jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Da die Rodungen nur in der vegetationsarmen Zeit erfolgen dürfen, sollen diese Arbeiten zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar 2023 erfolgen. Bei den beiden Hochwasserschutzmaßnahmen soll die ökologische Baubegleitung durch eine Fachfirma wahrgenommen werden.

Es wird im Anschluss eine Ausgleichsmaßnahme geben, bei der neue Bäume gepflanzt werden. Doch nicht an Ort und Stelle: Laut der Deichschutzverordnung der Bezirksregierung ist das Pflanzen von Bäumen auf Deichen nicht mehr erlaubt, da die Wurzeln zur Auflockerung des Erdkörpers führen können, was den Deich beschädigen und durchlässig machen könnte.