Düsseldorf: Fotos von Arthur Röntgen zeigen die bunten Fünfziger

Düsseldorf: Fotos von Arthur Röntgen zeigen die bunten Fünfziger

Vor mehr als 60 Jahren war Arthur Röntgen, genannt Atz, oft mit der Kamera in der Stadt unterwegs, und er hatte, was damals keineswegs üblich, weil ziemlich teuer war, dabei Farbfilme eingelegt.

Die seltenen Aufnahmen lassen uns einen Blick zurück in die Zeit des Wirtschaftswunders werfen, als man am Ständehaus noch Boot fahren konnte - oder die Boote bei einem Eiscafé von der Terrasse aus beobachtete.

Blick auf die Kunstakademie - von der Ratinger Straße über die Mühlengasse, weit entfernt vom heutigen, restaurierten Chic. Foto: Stadtarchiv

Wir sehen das Rathaus in schnörkellos grauem Putz, von dem die Backsteinfassade erst später befreit wurde. Und staunen: Direkt davor war der Wochenmarkt. Wenn die Gemüsehändler abgezogen waren, dann war der Markt- ein schlichter Parkplatz, und zwar keineswegs nur für die dicken Schlitten.

Beton mit Holz - die neuen Stadtmöbel an Kö-Bogen und auf dem Martin-Luther-Platz sehen denen der 50er Jahre durchaus ähnlich. Foto: Stadtarchiv

Am Rheinufer waren mehr Flaneure unterwegs als Autos, weshalb an die Untertunnelung noch nicht zu denken war. Und am Corneliusplatz genoss man die Magnolienblüte auf Sitzbänken, die den gerade erst aktuell installierten verdächtig ähnlich sehen.

Kohl, Kartoffeln und Schnittblumen gab es auf dem Wochenmarkt vorm Rathaus, wo Jan-Wellem über dem Marktplatz wacht. Foto: Stadtarchiv

Die Fotosammlung von Arthur Röntgen kam mit dem Nachlass eines seiner Freunde kürzlich ins Stadtarchiv, wo die bunte Zeitreise Entzücken auslösten. Über den Fotografen ist nur bekannt, dass er vor mehr als 60 Jahren in Derendorf gelebt hat. Vielleicht kann einer unserer Leser die Wissenslücke aufklären - Hinweise zu Fotos und dem Fotografen nimmt die Redaktion unter duesseldorf@rheinische-post.de gerne an.

An marktfreien Tagen wurde der Markt- zum Parkplatz. Foto: Stadtarchiv
(RP)