Verbraucher in Düsseldorf Fonds hilft bei drohender Stromsperre - eine Betroffene berichtet

Düsseldorf · Seit Anfang 2023 gibt es den „Härtefallfonds Energie“. Unterstützung bei finanzieller Not kann es dann von den Stadtwerken und der Bürgerstiftung geben. Eine Betroffene berichtet.

Julia Klöckner hat nach einer Nachzahlungsforderung der Stadtwerke Unterstützung durch den Härtefallfonds Energie bekommen.

Julia Klöckner hat nach einer Nachzahlungsforderung der Stadtwerke Unterstützung durch den Härtefallfonds Energie bekommen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Für Julia Klöckner kam die Stromnachzahlung von 681,32 Euro überraschend. Obwohl sie Vollzeit in der Pflege arbeitet, konnte sie die Summe nicht einfach so aufbringen – hinzu kamen schließlich auch weiterhin die monatlichen Abschläge. Für die alleinerziehende Mutter von drei Kindern eine Katastrophe. „Unser Verbrauch war nicht viel höher als zuvor, aber wir haben auch hohe monatliche Kosten“, erzählt Klöckner. 160 Euro waren es zuvor, inzwischen wurden die Abschläge auf 220 Euro erhöht.

Über eine Bekannte wurde sie auf den Härtefallfonds Energie aufmerksam, der im Februar 2023 freigegeben wurde. Dieser richtet sich an Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mit geringem Einkommen, die kurz vor einer Absperrung der Stromversorgung stehen. Eine halbe Million Euro haben die Stadtwerke, die Stadt und die Bürgerstiftung zur Verfügung gestellt.

Bevor es allerdings für Betroffene zum Fonds geht, gibt es zunächst die Möglichkeit, im Gespräch mit den Stadtwerken eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Tanja Albrecht, Sprecherin der Stadtwerke, teilt mit, dass es jährlich zu etwa 4000 Vereinbarungen zur Ratenzahlung komme.

Diese Kunden würden immer auch auf die Härtefallfonds-Möglichkeit hingewiesen. „Wir können aber nicht sagen, wie häufig das in Anspruch genommen wird, wir erhalten nur die Zahlung der Kunden, das Geld geht direkt auf deren Konto“, so Albrecht. Gesperrt werde der Stromanschluss auch nicht direkt: „Erst nach drei Schreiben an den Kunden und wenn mehr als 32 Tage nach Fälligkeit der Forderungen nicht gezahlt wurde, wird der Strom abgestellt.“

Für Julia Klöckner hätte die Ratenzahlung nicht funktioniert. „Als ich den Antrag gestellt habe, ging alles ganz schnell. Innerhalb von einem Tag hatte ich die Bewilligung und das Geld auf dem Konto, das ich dann direkt an die Stadtwerke überwiesen habe“, berichtet Julia Klöckner.

Sie konnte Anspruch darauf erheben, da sie keine staatliche Unterstützung bezieht, denn sie kommt mit ihrem eigenen Gehalt, dem Unterhalt sowie Kindergeld aus. Sobald man Leistungen vom Jobcenter, Amt für Migration und Integration oder vom Amt für Soziales erhält, solle man dies mit dem zuständigen Amt klären.

Eine Sprecherin der Bürgerstiftung Düsseldorf unterstreicht im Zusammenhang mit dem Härtefallfonds Energie vor allem das unbürokratische Handeln der Stiftung. „Wir legen viel Wert darauf, dass den Menschen rasch geholfen wird.“ Aktuell sei die Nachfrage noch nicht allzu groß. Sie vermutet aber, dass die Abrechnungen nicht zum Jahresende kommen, sondern jährlich zum Vertragsabschluss, dass sich hier die entsprechenden Forderungen auch erst später einstellen könnten.

Sie betont zudem, wie wichtig es ist, Haushalten mit geringem Einkommen in diesen schwierigen Zeiten unter die Arme zu greifen. „Es ist erschreckend zu sehen, dass Menschen, die Vollzeit arbeiten und damit knapp über der Grenze zur staatlichen Unterstützung liegen, trotzdem nicht über die Runden kommen können.“

Diese Menschen können allerdings auch aus dem Stärkungspakt NRW schöpfen. Dazu wurden verschiedene Programme in Düsseldorf entwickelt, die zwischen dem 1. Juni und noch bis zum 31. Dezember 2023 in Anspruch genommen werden können. 5,7 Millionen Euro stehen Düsseldorf dafür zur Verfügung. So gibt es unter anderem bereits seit Juni ein Förderprogramm zum Austausch von Elektrogroßgeräten. Auch Senioren können Gelder in Anspruch nehmen. Kinder bis zwölf Jahre bekommen freien Eintritt in Schwimmbäder.

Mitte August wurden weitere Bausteine eingeführt: Über die „Einschulungshilfe“ können Grundschüler aus betroffenen Familien eine Unterstützung von maximal 100 Euro erhalten, etwa für Schulranzen oder andere Ausrüstung. Es gibt außerdem ein Mobilitätsprogramm für Kinder. Darüber können Grundschüler kostenlos ihre Fahrräder in der Radstation reparieren lassen und gegebenenfalls auch ein neues erhalten.