Düsseldorf Flughafen: Promis für Rau-Flughafen - CDU und FDP dagegen

Düsseldorf: Promis für Rau-Flughafen - CDU und FDP dagegen

Ex-Minister Rita Süssmuth (CDU), Michael Vesper (Grüne) und Burkhard Hirsch (FDP) setzen sich für neuen Namen ein.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) bekommt beim Vorstoß, den Düsseldorfer Flughafen nach dem früheren Bundes- und Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD) zu benennen, Unterstützung von Prominenten aus anderen Parteien: Anlässlich Raus zehnten Todestages gestern machten sich Rita Süssmuth (CDU), frühere Bundestagspräsidentin und Bundesministerin, Burkhard Hirsch, Ex-Innenminister von NRW, und Michael Vesper (Grüne), Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbunds und ehemaliger NRW-Bauminister, für den Namenszusatz "Johannes Rau" stark. Dies sei an nahezu allen Flughäfen üblich.

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"Johannes Rau war über zwei Jahrzehnte als Landesvater höchst anerkannt", betont Süssmuth. Rau habe "stets für den Zusammenhalt der Menschen und der Gesellschaft gearbeitet". Den Streit um die Namensgebung des Flughafens empfinde sie als beschämend. Rau habe NRW "in einer entscheidenden Phase jahrzehntelang geprägt", sagt Michael Vesper, der auch Raus Stellvertreter im Landeskabinett war. Deshalb sei er für die Benennung. Rau habe "das Wir-Gefühl im Land vorbildlich vertreten und auf breiter Ebene zum Leben erweckt", sagt Burkhard Hirsch. Er sei auf die Leute zugegangen, "wollte Brücken bauen, er hat viele und vieles bewegt". Den Widerstand gegen die Benennung könne er nicht verstehen. "Wenn man ihn würdigen will, ist das eine durchaus passende Möglichkeit. Ich bin dafür!"

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Die Kritiker dieser Pläne im Düsseldorfer Stadtrat überzeugt das nicht: "Für das Andenken Raus wäre es am besten, wenn der Oberbürgermeister seine Pläne stillschweigend zurückziehen würde", sagt CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt. "Wir lehnen die Benennung aber nicht wegen des Menschen Johannes Rau ab, sondern weil wir die Marke Düsseldorf International nicht verwässern wollen", sagt FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. "Der erste Versuch war nicht geschickt, ich würde mir jetzt ein bisschen Ruhe zu dem Thema wünschen", sagt Norbert Czerwinski (Grüne).

Rathaus-Chef Geisel will einem Sprecher zufolge erst den Aufsichtsrat des Flughafens entscheiden lassen - der tagt regulär am 14. März. Obwohl es nicht verpflichtend sei, werde Geisel danach, wie angekündigt, den Stadtrat abstimmen lassen und hoffe auf breiten Konsens. Eine politische Mehrheit gibt es nicht.

(dr)