Düsseldorf: Flächendeckendes W-Lan für alle Schulen

Digitalisierung: Flächendeckendes W-Lan für alle Düsseldorfer Schulen

Die Schulen der Landeshauptstadt sollen digitaler werden. Ziel ist es, jederzeit Unterricht mit Technik zu ermöglichen. Eine Eins-zu-eins-Ausstattung der 80.000 Schüler mit iPads wird es aber nicht geben.

Im Frühjahr 2018 sollen sämtliche Schulen in Düsseldorf über einen freien, flächendeckenden und drahtlosen Zugang zum Internet (W-Lan) verfügen. Bislang ist das an 106 der rund 180 Standorte der Fall. "Die von Oberbürgermeister Thomas Geisel angekündigte Investitionsoffensive zur weiteren Digitalisierung der Schulen liegt damit im Zeitplan", sagt Schuldezernent Burkhard Hintzsche.

Zusätzlich zur W-Lan-Ausstattung werden auch Bandbreiten und Geschwindigkeiten ausgebaut. Dazu startet die Stadt in zwei Wochen ein Pilotprojekt an drei weiterführenden Schulen. "Wir statten das Elly-Heuss-Knapp- und das Heinrich-Hertz-Berufskolleg sowie die Dieter-Forte-Gesamtschule mit einer Internetbandbreite von 100 Megabit pro Sekunde aus", sagt Florian Dirszus, stellvertretender Leiter des Schulverwaltungsamts. Für die Grundschulen sollen Bandbreiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde Standard werden.

Zum Vergleich: Die meisten Internet-Anschlüsse werden mit einer Leistung zwischen sechs und 100 Megabits pro Sekunde angeboten. Ziel sei es, "möglichst alle Schulstandorte" mit Glasfaser ans Netz anzuschließen. Einen zeitlichen Rahmen nannte Dirszus hierfür nicht. Rund 3,5 Millionen Euro soll das W-Lan-Projekt kosten. Das Geld stammt überwiegend aus dem Landesprogramm "Gute Schule 2020".

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Mit der Offensive reagieren Geisel und die Verwaltungsspitze auf heftige Kritik an der digitalen Ausstattung der Schulen. Im Mai 2015 hatte eine Informationsvorlage der Verwaltung für Kopfschütteln gesorgt, in der Folgendes zu lesen war: Bliebe es bei den vorhandenen Ressourcen "wären alle Schulen in 45 Jahren mit W-Lan-Komponenten ausgestattet". Einen "schlechten Witz" hatte das Sven Holly, der seinerzeit für die CDU im Arbeitskreis "e-school" saß, genannt und von "digitaler Steinzeit" gesprochen.

Weiterer Baustein der Offensive ist die Anschaffung von iPads. Aktuell sind 3600 iPads im Einsatz. Zum Vergleich: Insgesamt besuchen 80.000 Jungen und Mädchen eine Düsseldorfer Schule. Leuchtturm-Projekt in Sachen Tablet-Ausstattung ist die Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule in Rath. Die Hauptschule ist laut Stadt "die erste deutsche staatliche Schule mit einer vollen Eins-zu-eins-Ausstattung" und soll als "Apple Distinguished School" ausgezeichnet werden.

Freilich ist das Projekt keine Blaupause für das gesamte Stadtgebiet. "Wir haben uns gegen vollständig ausgestattet iPad-Klassen entschieden, weil das Tablet kein Selbstzweck, sondern nur eine Methode ist. Schüler sollen Stifte und Bücher in die Hand nehmen und wertschätzen", sagt Antonietta Zeoli, die an der Schmiedestraße ein neues Gymnasium aufbaut.

(jj)
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