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Düsseldorf: Firmen setzen trotz Corona auf Ausbildung

Arbeitsmarkt in Düsseldorf : Unternehmen setzen trotz Corona auf Ausbildung

Die Zahl der Bewerber ohne Lehrstelle in Düsseldorf ist gegenüber dem Vorjahr gesunken. Im Einzelhandel werden besonders viele Stellen angeboten. Auch viele andere Branchen wollen sich Fachkräfte sichern.

Trotz der Corona-Krise bieten die Unternehmen in Düsseldorf weiterhin mehr Ausbildungsstellen an, als besetzt werden können. Zwar ist die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Ausbildungsstellen um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, die Zahl der Bewerber sank jedoch gleichzeitig um 13,2 Prozent. Die Zahl der unbesetzten Stellen ist sogar leicht gestiegen, um 1,3 Prozent auf 2300 Stellen; die Zahl der Bewerber ohne Stelle ging hingegen zurück.

„Wir haben nach wie vor einen sehr guten Ausbildungsmarkt in Düsseldorf“, sagt Arbeitsagentur-Geschäftsführerin Birgitta Kubsch-von Harten. „Besonders viele Stellen sind zum Beispiel im Einzelhandel, bei den zahnmedizinischen Fachangestellten oder den Elektronikerinnen und Elektronikern für Betriebstechnik zu finden.“ Aufgabe der Arbeitsagentur sei nicht zuletzt, Bewerber und Firmen zusammenzubringen.

Auch die Verantwortlichen der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer (IHK) beobachten ein starkes Interesse der Unternehmen, weiterhin guten Nachwuchs auszubilden. Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Axel Fuhrmann betonte, es dürfe keine Hektik ausbrechen, wenn Lehrstellen jetzt noch nicht besetzt sind. Es sei auch mit den Berufskollegs abgestimmt, dass der Beginn einer Ausbildung auch deutlich nach dem 1. August oder 1. September noch möglich sei und die Auszubildenden auch dann noch in die passenden Fachklassen kommen. Fuhrmann rief Schulabsolventen zudem dazu auf, eine verkürzte Ausbildung als Alternative zum dieses Jahr schwer möglichen „Work & Travel“ oder zum digitalen Semesterstart zu erwägen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen wies auf die Bemühungen hin, Ausbildungswilligen trotz fehlender Vor-Ort-Aktionen zu den passenden Lehrstellen zu verhelfen. Wichtig sei, dass junge Menschen nicht den Eindruck bekämen, das Jahr sei für sie nach der Corona-Krise „ohnehin gelaufen“. Dies sei nicht der Fall – zumal es gerade jungen Menschen leichter fallen dürfte, sich auch auf digitale Instrumente bei der Bewerbung einzulassen. Auch von Firmenseite sei das Interesse groß, obwohl die Krise viele Unternehmen schwer getroffen habe: „Ihnen ist trotzdem klar, dass sie die Fachkräfte später brauchen werden.“