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Düsseldorf: Feuerwehr warnt vorm Rheinschwimmen, Waldbränden und Ozon

Feuerwehr Düsseldorf warnt : „Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich“

Drei Menschen sind in diesem Jahr schon im Rhein bei Düsseldorf ertrunken. Die Hitze ist aber auch für Parks und Wälder gefährlich, und auch der Ozonwert steigt.

(RP) Die alljährliche Warnung von Feuerwehr, DLRG und Wasserwacht scheint dieses Jahr besonders notwendig. Weil aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen viele Düsseldorfer den Sommer zu Hause verbringen, ist bei steigenden Temperaturen die Abkühlung im Rhein offenbar besonders beliebt.

30 Mal musste die Feuerwehr schon in Not geratene Rheinschwimmer retten, allein sieben davon seit Beginn der Sommerferien. Drei Menschen konnten nur noch tot geborgen werden, sieben mussten ins Krankenhaus.

Zwar ist das Schwimmen im Rhein grundsätzlich erlaubt, aber viele Menschen sind sich über die Ausnahmen nicht im Klaren, für die es gute Gründe gibt. Nach der „Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve“ etwa gilt 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen striktes Badeverbot.

An Brücken, Schiffs- und Fährlandestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf ebenfalls nicht geschwommen werden. Aber auch dort, wo das Schwimmen erlaubt ist, kann es lebensgefährlich sein: „Beispielsweise an sogenannten Kribben – ins Wasser ragenden Kiesflächen – bilden sich oft tückische Strudel und Strömungen“, erklärt Christian Ruda, leitender Lehrtaucher der Feuerwehr Düsseldorf.

„Eine besonders starke Strömung herrscht auch in der Fahrrinne. Wenn ein Schiff vorbeifährt, zieht dies das Wasser an. Dadurch werden vor allem Kinder ins Wasser gezogen.“

Trügerisch dabei: Die Schiffe sind meist schon hunderte Meter weit weg, wenn Sog oder Wellen am Ufer ankommen. Da spielt übrigens auch keine Rolle, ob der Rhein gerade wenig Wasser führt. Im Gegenteil: Gerade das verleitet vor allem Kinder dazu, so weit ins flache Wasser zu waten, dass sie der stets tiefen Fahrrinne gefährlich nahe kommen.

Die Düsseldorfer Feuerwehr hat seit 1977 eine eigene Taucherstaffel, der heute 41 Feuerwehrleute angehören. So ist sichergestellt, dass rund um die Uhr immer mindestens vier ausgebildete Rettungstaucher bereitstehen. Doch sie gehen nur in den Rhein, wenn sie es dienstlich müssen. Und sie sind dabei niemals ungesichert. Denn die starken Strömungen im Rhein sind auch für sie lebensgefährlich.

Die anstehenden Hitzetage machen der Feuerwehr aber auch aus einem anderen Grund keine große Freude. Die Waldbrandgefahr, durch die lange Trockenperiode schon seit dem Frühjahr hoch, hat am Donnerstag die zweithöchste Warnstufe Vier erreicht. Schon der kleinste Funke kann in Parks und Wäldern zur Katastrophe führen. Und es muss nicht einmal ein Funke sein: Eine weggeworfene Flasche etwa kann wie ein Brennglas wirken und einen Flächenbrand auslösen.

Davon gab es in diesem Jahr bereits einige, gut 20 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Stadt und Feuerwehr appellieren deshalb dringend an alle Düsseldorfer, nur die ausgewiesenen Grillplätze zu benutzen, Müll nicht liegen zu lassen und im Wald und den Parks nicht zu rauchen. Und: Wer einen Brand, auch einen scheinbar ganz kleinen, bemerkt, sollte bitte umgehend die Feuerwehr unter 112 alarmieren.

Sorgen machen sich aber nicht nur Wasserretter und Brandbekämpfer, sondern auch der Rettungsdienst. Mit der Hitze steigen die Ozonwerte in Düsseldorf in den kommenden Tagen wahrscheinlich deutlich an, auch über die Grenzwerte. Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege wie beispielsweise Asthma sollten sich aus diesem Grund schonen und körperliche Anstrengungen entweder ganz vermeiden oder zumindest in den Abend verlegen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So rettet die Feuerwehr Düsseldorf Ertrinkende aus dem Rhein