Feuer durch Kerzen und elektrische Lichter Feuerwehr warnt vor Brandgefahr in der Weihnachtszeit

Düsseldorf · Im Advent kommt es immer wieder zu Bränden, die durch Kerzen oder elektrische Lichter ausgelöst werden. Davor warnt die Düsseldorfer Feuerwehr – und gibt Tipps, wie unliebsame Überraschungen vermieden werden können.

 Wenn der Adventskranz Feuer fängt, kann es schnell gefährlich werden (Symbolbild).

Wenn der Adventskranz Feuer fängt, kann es schnell gefährlich werden (Symbolbild).

Foto: RP/Verbraucherzentrale NRW

Adventskränze, Gestecke und Weihnachtsbäume mit echten Kerzen gehören für viele zu einer gemütlichen Weihnachtszeit dazu – bergen aber auch Gefahren. Darauf weist jetzt die Düsseldorfer Feuerwehr hin. „Natürlich soll niemand auf geschmückte Kränze oder Gestecke verzichten, jedoch müssen einige Sicherheitsaspekte bedacht werden“, sagt Feuerwehrchef David von der Lieth. Immer wieder sei es in den vergangenen Jahren vorgekommen, dass weihnachtliche Dekorationen Brände verursachten, zu denen die Feuerwehr ausrücken musste.

Insgesamt sei das zwischen dem 1. Dezember 2021 und dem 6. Januar 2022 sieben Mal passiert – bei insgesamt 434 Brandeinsätzen in diesem Zeitraum. Im Vorjahr seien es acht solcher Einsätze gewesen. Diese Brände können beispielsweise durch Kerzen, elektrische Lichter oder Unachtsamkeit im Umgang etwa mit Fonduegeräten ausgelöst werden.

Eine wichtige Faustregel: „Brennende Kerzen dürfen nicht aus dem Auge gelassen werden“, sagt von der Lieth. Es reiche ein Moment der Unachtsamkeit – schon falle der Weihnachtsbaum um oder fange eine Gardine Feuer. Wer echte Kerzen verwende, solle den Raum nicht verlassen, ohne diese zuvor zu löschen.

Besondere Gefahr geht laut der Feuerwehr von bereits stark ausgetrockneten Gestecken und Bäumen aus. Betroffene sollten in jedem Fall nicht zögern, über die Notrufnummer 112 die Feuerwehr zu rufen und sich und weitere Bewohner vor Flammen und Rauch in Sicherheit zu bringen.

Zudem gibt die Feuerwehr Tipps, wie sich vermeiden lässt, dass ein Gesteck mit echten Wachskerzen Feuer fängt. So sollten Adventskränze und Co. im Geschäft genau geprüft werden: Nadeln die Zweige bereits, sollte nach frischer Ware gefragt werden, heißt es. Bastelt jemand selbst, sollte er oder sie möglichst frisches und selbst geschnittenes Tannengrün verwenden.

Dazu sollten keinesfalls Steckschwämme verwendet werden, da diese „wie Zunder“ brennen, so die Feuerwehr. Ein Drahtgeflecht sei zwar teurer, brenne dafür aber auch nicht. Zudem gehöre unter die Kerzen ein Tropffang aus Metall mit Steckdorn, damit die Kerzen sicher befestigt werden können. Und man sollte auf ausreichend Abstand zwischen Tannengrün, Accessoires und Kerzen achten – und vertrocknetes Grün rechtzeitig entfernen.

Auch der Weihnachtsbaum sollte möglichst frisch sein, schon beim Kauf könne man prüfen, ob er bereits rieselt. Ein Baumständer, der regelmäßig mit Wasser befüllt und kontrolliert wird, ist ebenso hilfreich. Auch sollte dieser nicht zu leicht sein, damit der Baum standfest ist. Ein Standort in unmittelbarer Umgebung zu brennbaren Gegenständen wie Gardinen sollte vermieden werden.

Setzt man auch bei der Baumbeleuchtung auf Kerzen, gilt laut Feuerwehr: Kerzenhalter mit nicht brennbarem Tropffang verwenden. Diese sollten zudem fest, standsicher und nicht zu nah an Ästen platziert werden. Die Kerzen sollten nicht zu weit herab brennen und immer von oben nach unten angezündet werden. Auch hier gilt zudem: niemals unbeaufsichtigt brennen lassen. Der Weihnachtsschmuck sollte dazu möglichst schwer entflammbar sein.

Außerdem sollten Menschen, die einen Weihnachtsbaum mit echten Kerzen haben, einen Wasserlöscher oder einen mit Wasser gefüllten Eimer bereitstellen. Für Gestecke und Kränze hingegen reiche ein Blumensprüher aus, so die Feuerwehr. Zudem sollte der Weihnachtsbaum auf einer sicheren und nicht brennbaren Unterlage stehen.

Wer elektrische Lichter verwendet, sollte beim Kauf auf das CE- und GS-Zeichen achten – und den Netzstecker ziehen, wenn er oder sie die Wohnung verlässt. Auch die beliebten Feiertagsgerichte wie Fondue oder Raclette bergen jedoch Gefahren. So zum Beispiel, wenn ein mit heißem Fett gefüllter Topf zum Einsatz kommt: Überhitzt dieser, kann das Fett anfangen zu brennen.

Fettbrände dürfen jedoch niemals mit Wasser gelöscht werden, da das Wasser schlagartig verdampfen und eine Fettexplosion auslösen könnte. Das wiederum könne zu Verbrennungen der Haut und einem Wohnungsbrand führen. Stattdessen solle ein Topfdeckel zum Ersticken der Flammen benutzt werden.

Der Topf mit heißem Fett sollte kippsicher auf eine feuerfeste Unterlage gestellt werde. Zudem rät die Feuerwehr zur Verwendung von Brennpaste anstelle von Spiritus. Nehme man hingegen Benzin oder ähnliche Brennflüssigkeiten, bestehe Explosionsgefahr.

(kess)
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