Festival in Düsseldorf Sinn und Sinnlichkeit

Düssseldorf · Vier Studenten der Hein-Uni laden am Samstag zu einem Festival mit Kunst, Performances, Livemusik und Workshop in das Niemandsland in Oberbilk ein. Die künstlerische Leistung soll dabei mit allen Sinnen aufgesogen werden,

 Am Abend werden Xeni Slay (l.) und Nellie Buttons vom Kollektiv „Cirque du so Slay“ eine Drag-Show im Niemandsland zeigen.

Am Abend werden Xeni Slay (l.) und Nellie Buttons vom Kollektiv „Cirque du so Slay“ eine Drag-Show im Niemandsland zeigen.

Foto: Marc Ingel

Der Masterstudiengang „Kunstvermittlung und Kulturmanagement“ an der Heinrich-Heine-Uni soll den Weg aufzeigen, wie man später einmal hinter den Kulissen von Ausstellungen, Konzerten und anderen Events erfolgreich agiert. Dazu gehört es, fruchtbares Netzwerken zu betreiben, aber ganz bestimmt auch, schon während des Studiums praktische Erfahrung zu sammeln. Genau das ist die Idee hinter dem Teamprojekt, das jetzt ein Quartett am Samstag, 15. Juni, von 13 bis 22 Uhr im Niemandsland in Oberbilk umsetzt.

Unter dem vielsagenden Titel „Sinn und Sinnlichkeit“ organisieren Magdalene Mikolas, Jonathan Kaminski, Aryna Dibrova und Tamara Herbers ein Festival, das neben einer Ausstellung mit aufstrebenden jungen Künstlern und Newcomern ein abwechslungsreiches Programm mit Workshops, Führungen, Performances, einer Drag-Show und Livemusik bietet. Nicht zuletzt: Es gibt veganes Essen und Bio-Getränke.

Die eigentliche Sinneserfahrung soll dabei im Mittelpunkt des Events stehen, das Fühlen, Sehen und Hören. Als Höhepunkte stellen die Studenten einen Movement-Workshop, ein Klangobjekte-Workshop, die Führungen durch die Ausstellungen und natürlich die Livemusik mit drei Bands sowie zwei Sets von DJs in den Vordergrund. Der Abend wird dann mit überraschenden Performances und einer Drag-Show gekrönt.

Pause beim Aufbau: das Organisatorentem mit Künstlern.

Pause beim Aufbau: das Organisatorentem mit Künstlern.

Foto: Marc Ingel

„Tatsächlich fehlte uns im Rahmen unseres Studiums noch dieses Teamprojekt, also haben wir uns zusammengefunden und überlegt, wer wozu Lust hat“, erklärt Jonathan Kaminski. „Dass eine Ausstellung dabei im Mittelpunkt stehen sollte, war relativ schnell klar – aber wir wollten noch mehr auf die Beine stellen“, sagt Magdalene Mikolas. Dabei halfen natürlich persönliche Kontakte, die Rundgänge in der Kunstakademie, „wir haben die Künstler aber auch offen angefragt und viele positive Antworten bekommen“, so Mikolas. Denn eines war von vorneherein klar: „Unsere Fördermittel sind knapp, Honorare können wir keine zahlen“, betont die Studierende. Eintritt wird aber auch keiner genommen, „es soll allen Spaß machen, eine lockere Atmosphäre entstehen und allen die Möglichkeit geboten werden, auf sich aufmerksam machen zu können“.

In diesem Zusammenhang passt der Ort des Geschehens optimal: Auch das Niemandsland gilt als alternativer Raum, das Geben und Nehmen steht im Fokus, um nicht zuletzt die Off-Szene zu fördern. „Die Gegebenheiten vor Ort haben uns vor einige Herausforderungen gestellt, nichts ist hier perfekt, aber eben auch nichts auf Kommerz ausgelegt. Das macht den Charme des Festivals aus“, sagt Jonathan Kaminski. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Studenten dürfen das Niemandsland umsonst nutzen. Sollte das Kunstfestival ein Erfolg werden, denken die Organisatoren schon jetzt weiter: „Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen, auch wenn das aktuell ja nur Teil unseres Studiums ist“, sagt Magdalene Mikolas.

Das Quartett hofft durchaus auch darauf, Familien mit Kindern begrüßen zu dürfen, das Programm am Vormittag ist darauf ausgelegt, während es am Nachmittag und Abend dann „erwachsener“ wird. Die versprochene Sinnlichkeit soll übrigens auch nicht zu kurz kommen, betont Mikolas. Spielt das Wetter mit, soll auch der Innenhof mit einbezogen werden, „aber die Prognosen sind ja leider nicht so gut“, bedauert Kaminski.