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Düsseldorf: Ferienaktion im Bürgerhaus Reisholz

Ferienaktion Bürgerhaus Reisholz : Der blaue Planet fasziniert die Kinder

Für Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren ging es bei der diesjährigen Ferienaktion des Bürgerhauses Reisholz um den nachhaltigen Umgang mit unserer Erde.

Youssef, sechs Jahre jung, klein und tough steht wie angewurzelt am Eingang zum Bürgerhaus Reisholz vor einem pinkfarbenen Schriftzug. „Das heißt herzlich willkommen“, erklärt er das Gemeinschaftswerk seiner Gruppe. Und weiter: „Wir haben auch Bilder gemalt, willst Du mal gucken?“ Sagt’s und stürmt los zu einem Tisch mit kleinen quadratischen Leinwänden. Dort präsentiert er stolz seine Malerei: Sonne, Bäume, ein grinsendes Gesicht und ein tintenblaues Auto. Da gebe es aber noch viel mehr! Youssef zeigt auf die kleine Ausstellung, die von der Bastelfreude der Kinder während der zweiwöchigen Sommerferienaktion zeugt.

Unter der Überschrift „Der Blaue Planet“ ging es für rund 20 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren dieses Mal vor allem um das Thema Umweltbewusstsein. Ausflüge führten zur Awista, in die Natur und zur Erlebnisoase „Irrland“. Am vergangenen Wochenende trafen sich Kinder und Eltern, um den Abschluss zu feiern und kreative Werke in Augenschein zu nehmen: Schnitzereien aus Seifen-Resten, Pet-Flaschen als Pflanztöpfe oder Portemonnaies aus Tetra-Packungen. „Besonders schwierig war es, einen Freizeitpark mit Fahrgeschäften ohne elektrischen Antrieb zu finden“, sagt Rolf Drüen, der seit sechs Jahren die Aktivitäten plant und begleitet. Natürlich wollte er hier ebenfalls auf den Umweltgedanken eingehen. Mit der Bauernhof Erlebnisoase hat das geklappt, und der Ausflug wird sicher länger in aller (Kinder)-Munde sein.

Seit fast 27 Jahren bietet das Bürgerhaus Reisholz Kindern aus der Umgebung alljährlich ein abwechslungsreiches Ferienprogramm. Das Angebot hat sich etabliert, ebenso wie manches Ritual. „Wir haben uns jeden Morgen zur Begrüßungsrunde und zum Abschied zu einem Feed-Back getroffen“, erklärt Drüen. „Das Basteln der Portemonnaies hat mir gut gefallen“, sagt die neunjährige Lisa und freut sich über die kleinen Sterne auf ihrem Exemplar. Mutter Nathalja Maciejewski meint: „Es war ein tolles Programm und die Besprechungen zum Abschluss des Tages fand ich sehr gut.“ Daniela Heipke, deren Tochter Carlina zum zweiten Mal dabei war, schließt sich an. „Das war wieder super und es ist relativ kostengünstig.“ Nelly Dalinger gefällt ebenfalls, dass in der Gruppe viel besprochen wurde. „Mitbestimmen und entscheiden zu können, war gut für Erik“, sagt sie. Auch Sozialpädagoge Drüen ist das Feedback wichtig: „Zuerst sagen immer alle, es war gut. Man muss erst herauskitzeln, wo es doch hakte, ganz besonders bei den Schüchternen.“ Die Taschengeld-Regel von maximal fünf Euro pro Tag habe sich bewährt. „Und die Handys haben Pause“, sagt er mit aufblitzenden Augen. Richtige Kinder spielen richtige Spiele sei seine Devise. Manchmal treffe das Sprichwort „einen Sack Flöhe hüten“ zu, amüsiert sich Rolf Drüen. Die Freude der Kinder mache aber jeden Stress wett.

Am letzten Tag der Ferien-Aktion frönen die Teilnehmer einem inzwischen traditionellen Brauch aus Mexiko. Mit Hilfe eines Stockes soll eine Piñata (Figur) zerstört werden. Dieses Jahr schwebt sie in Form einer Erdkugel an einem Baum und enthält Überraschungen. Mit verbundenen Augen und zweimal um die eigene Achse gedreht, bleibt die Treffsicherheit auf der Strecke. Das ist ein Riesenspaß für die Kinder. Sie können sich richtig auspowern, denn die Erdkugel aus mehreren Schichten geleimtem Zeitungspapier zeigt sich erstaunlich widerstandsfähig. Irgendwann gibt die Piñata ihre Füllung preis – natürlich Leckereien, aber gesunde.