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Düsseldorf feierte dank Böllerverbot in der Altstadt friedlich ins neue Jahre

Silvester in Düsseldorf : Weniger Böller, weniger Ärger

Tausende haben auf dem Burgplatz das neue Jahr begrüßt. Die Polizei spricht von einem weitgehend friedlichen Jahreswechsel. Es gab jedoch auch wieder Attacken auf Rettungs- und andere Einsatzkräfte.

Es war ein eher kurzes Vergnügen: Erst spät am Abend füllte sich die Altstadt spürbar, strömten vor allem Männer in mehr oder weniger kleinen Gruppen in Richtung Rheinufer, auch Familien mit Kleinkindern in Kinderwagen wollten sich einen guten Platz auf der Promenade sichern, um sich dann selbst vor dem Feuerwerk im Linksrheinischen zu fotografieren. Und kaum hatte die Uhr, die Oscar Bruch auf den Mittelpunkt seines Riesenrads projiziert hatte, den Jahreswechsel bestätigt, da setzte auch schon der Rückzug ein.

Anders als in den beiden letzten Jahren mischten sich diesmal aber auch deutlich mehr Einheimische unter die Silvester-Feierer. Viele kamen im schicken Zwirn von einer der Partys aus den Altstadtclubs. Die waren zwar insgesamt gut besucht, aber die längste Theke der Welt hat schon deutlich mehr Gäste zu Silvester zu verzeichnen gehabt. Gleichwohl: Es wurde getanzt und getrunken, die Stimmung war gelöst, längst nicht so angespannt wie beim ersten Jahreswechsel nach den massenweisen sexuellen Übergriffen 2015/16.

Auch die Polizei, mit einem Großaufgebot im Einsatz, war entspannt. Selbst wenn in der Menge dann doch der ein oder andere verbotene Böller gezündet wurde, hielten sich die Beamten zurück. Nur wer sein Feuerwerk offen sichtbar in die Verbotszone schleppte, musste damit rechnen, entweder weggeschickt zu werden oder die teuren Raketen in einem der Entsorgungscontainer verschwinden zu sehen.

Viele junge Migranten aus ganz NRW treffen sich seit einigen Jahren zum Jahreswechsel auf dem Burgplatz. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Simone, Silke und Hafed aus Stuttgart und Maria und Reda, die aus Brasilien kommen, hatten Wunderkerzen dabei, die erlaubt sind, und genossen den Sekt an der Freitreppe „Voriges Jahr waren wir in München, dieses Jahr Düsseldorf, nächstes Jahr sind wir vielleicht in Dubai“, erzählte die Truppe, die sich ganz wohl fühlte im Gedränge, auch wenn da hin und wieder ein Böller explodierte, der nicht nur in der Altstadt nicht erlaubt ist.

Zum Wohlgefühl dürfte auch die Beleuchtung beigetragen haben. Für die sorgte nicht nur das Riesenrad, sondern auch die auf Drängen der Polizei installierte Lichtanlage, die ab kurz vor Mitternacht zwei Stunden lang Freitreppe und Burgplatz auf der Höchststufe erhellte.

Während in der Altstadt die Einsätze von Polizei und Ordnungsdienst sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegten, kamen Eskalationsmeldungen aus anderen Stadtteilen: In Garath gerieten zwei Gruppen aneinander, deren körperliche Auseinandersetzung von der Polizei beendet wurde. Deren Einsatz allerdings fanden die Streithähne auch nicht gut, griffen nun die Polizisten an. Die reagierten mit Pfefferspray, nahmen drei Männer (22, 29 und 48 Jahre alt) in Gewahrsam.

Angriffe auf Einsatzkräfte meldete auch die Feuerwehr: Vier Mitarbeiter des Rettungsdienstes wurden  beleidigt und körperlich attackiert und dabei leicht verletzt. In der Sanitätsstelle auf dem Burgplatz versorgten die Hilfsorganisationen überwiegend volltrunkene Besucher. Sechs der Patienten hatten sich zudem durch Feuerwerkskörper verletzt, glücklicherweise keiner so schwer, dass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig wurde.

Mit 50 Kräften war der städtische Ordnungsdienst bis früh um drei im Einsatz, überwachte nach Mitternacht vor allem den Betrieb am Taxistand an der Heine-Allee. Auch dort kam es aufgrund des insgesamt niedrigeren Besucheraufkommens kaum zu Störungen.
Lesen Sie zu diesem Thema den Kommentar unserer Autorin.