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Düsseldorf: Familienvater rastet beim Beantragen von Kindergeld aus

Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf : Familienvater flippt bei Behördenbesuch aus

Beim Beantragen von Kindergeld attackierte ein 36-Jähriger eine Mitarbeiterin der Familienkasse. Und das war nicht der erste Ausraster. Jetzt wurde er verurteilt.

Schmerzhaft zu spüren bekommt ein 36-jähriger Familienvater nun eine Schimpfkanonade gegen eine Mitarbeiterin der Familienkasse. Als „Schlampe“, „scheiß Deutsche“ und „Rassist“ hatte er laut Amtsgericht Düsseldorf die Stadt-Bedienstete im Juli beleidigt. Da er schon vielfach wegen Pöbeleien aufgefallen war, verurteilte ihn ein Richter am Mittwoch  zu fünf Monaten Gefängnis – ohne Bewährung.

„Irgendwann ist Schluss“, hieß es im Urteil. Bei 17 Vorstrafen war der Angeklagte bislang stets mit Geld­strafen davongekommen. Jetzt aber muss er in Haft. Dabei versicherte der 36-Jährige, „ich schwöre, ich bin unschuldig“, doch geglaubt hat ihm auch der Staatsanwalt nicht. Nach Anhörung der Kassen-Mitarbeiterin und eines Security-Mannes war dann klar: Als der Angeklagte im Sommer mit seiner deutlich jüngeren Frau bei der Familienkasse vergeblich forderte, das Kindergeld für seine (nach islamischem Recht) Angetraute möge nicht mehr an ihre Eltern gezahlt werden, sondern direkt an sie, ist er ausgeflippt. Wie zuvor schon im Jobcenter. Als er dort auch nicht seinen Willen bekam, hatte er einen Mitarbeiter so massiv beleidigt und bedroht, dass der Mann in einen nahe gelegenen Supermarkt floh, von dort die Polizei rief.

Dafür noch zu einer Geldstrafe verurteilt, hatte er bei der Familienkasse kurz danach aber direkt weiter gemacht. Der Richter fand, der Angeklagte sei „hochgradig aggressiv“, könne jetzt nur noch durch eine Haftstrafe zum Umdenken gebracht werden. Der winkte aber ab: „Ich bin ganz ruhig, bin kein kranker Mensch.“