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Düsseldorf Fahrlehrer verärgert über lange Wartezeiten für Führerscheinprüfungen

Wartezeiten bis zu vier Wochen : Fahrlehrer verärgert über Wartezeit für Führerscheinprüfungen

Bis zu vier Wochen müssen Lehrer wie Stefan Reinhold auf einen Termin warten, schon angemeldete Fahrten würden vom Tüv kurzfristig verschoben.

Stefan Reinhold ist zurzeit nicht gut auf den Tüv Rheinland zu sprechen. „Manchmal dauert es bis zu vier Wochen, bis unsere Fahrschüler ihre Prüfung ablegen können“, beklagt der Fahrlehrer. Doch das sei nicht alles: In vielen Fällen müsse er den Schülern mitteilen, dass der Prüfungstermin verschoben werden musste. Die Schüler würden dann denken, dass die Schule einen Fehler gemacht hat. Tatsächlich liege es aber am Tüv Rheinland, sagt Reinhold: „Wenn wir einen Prüfungstermin in dem Online-System des Tüv auswählen, kriegen wir keinen Hinweis, dass die den Termin gar nicht machen können. Erst kurz vor dem Termin wird man informiert, dass die Prüfung verschoben werden muss. Und dann haben wir die ganze Arbeit, alles wieder umzuorganisieren, und die Schüler auch“, beklagt der Düsseldorfer.

Arne Böhne, Experte für Führerscheinprüfungen beim Tüv Rheinland, räumt ein, dass die aktuelle Prüfungs-Problematik „unschön“ sei. Im Normalfall könnten Prüfungen zwei Wochen nach Anfrage abgenommen werden. Zurzeit habe man aber mit vermehrten Anfragen zu kämpfen. Das liege auch daran, dass immer mehr Fahrschüler durchfallen würden und für einen Schüler dann letztlich mehrere Prüfungen vereinbart werden müssten. Zudem gebe es immer mehr Umschreibungen von ausländischen Führerscheinen, etwa von Flüchtlingen. Das bedeute einen weiteren Mehraufwand und mehr Prüfungstermine, denn die Antragsteller müssten die Fahrprüfung ablegen. Den Fachkräftemangel spüre man auch beim Tüv: „Wir brauchen Ingenieure und kämpfen auf einem kleinen Markt mit großen Konkurrenten wie Bosch, Siemens und der Deutschen Bahn.“ Denn die Mitarbeiter, die die Prüfungen durchführen, würden zum Beispiel auch Gutachten erstellen und dafür sei gesetzlich eine Ingenieurs-Ausbildung vorgeschrieben.

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Mit Hochdruck werde daran gearbeitet, die Wartezeiten zu reduzieren. Ab kommendem Februar oder März, so hofft der Tüv-Experte, werde man wieder in der Lage sein, zwei Wochen nach der Antragstellung eine Fahrprüfung durchzuführen. Zudem arbeite man zurzeit mit Programmierern und Entwicklern an einem neuen Verwaltungsprogramm, das im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll: „Ein Teil dessen ist ein neues Online-Portal für Fahrschulen. Die bekommen dann wie beim Online-Kauf von Kino- oder Flugtickets verfügbare Kapazitäten angezeigt, die sie buchen können.“ Im aktuellen System könnten Fahrschulen ihren Bedarf nur melden, nicht aber feste Termine buchen. Der Tüv Rheinland prüfe alle eingegangenen Anfragen und organisiere dann die Termine für die übernächste Woche.

Für einen Düsseldorfer Fahrlehrer, der namentlich nicht genannt werden will, ist das nur ein kleiner Trost. „Bis das System kommt, werden wir viel Frust und einen erheblichen Organisationsaufwand haben.“