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Düsseldorf: Evangelische Kirche und Diakonie schließen sich Fridays for Future an

Interview mit Superintendent : Warum die Evangelische Kirche bei Fridays for Future mitdemonstriert

Wenn am Freitag Schüler unter dem Banner von Fridays for Future für mehr Klimaschutz demonstrieren, schließen sich Mitarbeiter von Caritas, Diakonie und Evangelischem Kirchenkreis an. Fragen dazu an Heinrich Fucks, Superintendent des Kirchenkreises Düsseldorf.

Herr Fucks, warum schließen Sie sich der Klimademonstration an?

Heinrich Fucks Wir schließen damit an die weltweite Bewegung „Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung“ an, die uns seit den 90er Jahren prägt. Heute ist die Entwicklung noch dramatischer als damals, eine Veränderung muss her. Man kann sicher vieles an der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg und den demonstrierenden Schülern kritisieren, aber jedenfalls haben sie wirksam die Aufmerksamkeit auf ein Thema gelenkt, das unser Leben in Zukunft mit Abstand am meisten beeinflussen wird. Dem schließen wir uns an.

In Deutschland wird schon seit Januar jeden Freitag demonstriert. Warum kommt die Evangelische Kirche in Düsseldorf erst jetzt dazu?

Fucks Wir haben uns schon im September einmal kurzfristig zur Teilnahme entschlossen, das aber nicht öffentlich kommuniziert. Wir haben intern diskutiert, und natürlich gab es auch bei uns Stimmen, die gefragt haben, ob man Schule schwänzen unterstützen sollte. Ein Stück weit war vielleicht auch menschliche Trägheit dabei. Inzwischen ist aber klar: Die Lage ist ernst. Es kommt jetzt darauf an, das Gebotene zu tun.

Sollte sich die Kirche in politischen Fragen bekennen?

Fucks Die Bewahrung der Schöpfung ist ein gottgegebenes Gebot, eine Frage, die weit über die politische Dimension hinausreicht. Die Probleme sind so gewaltig, dass mit einem Heraushalten nichts gewonnen wäre.