Hohe Auszeichnung für Düsseldorfer Uni Europäischer Forschungsrat fördert Forscherinnen

Düsseldorf · An der Heinrich-Heine-Universitäten freut man sich über die Projektförderungen für die Anglistik, Kunstgeschichte und Chemie. Die „Grants“ gehören zu den renommiertesten europäischen Forschungsförderungen.

 Gefördert werden die Projekte von: Professorin Laura Hartmann; Eva Ulrike Pirker sowie den Professorinnen Miriam Edlich-Muth und Dr. Eva-Maria Troelenberg (von oben links nach unten rechts).

Gefördert werden die Projekte von: Professorin Laura Hartmann; Eva Ulrike Pirker sowie den Professorinnen Miriam Edlich-Muth und Dr. Eva-Maria Troelenberg (von oben links nach unten rechts).

Foto: HHU

Hohe Auszeichnung für Wissenschaftlerinnen der Heinrich-Heine-Universität (HHU): Gleich vier von ihnen wurden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) für Projektförderungen ausgewählt – die sogenannten ECR-Grants zählen zu den renommiertesten europäischen Forschungsförderungen und werden an Forschende vergeben, die schon herausragende wissenschaftliche Leistungen vorweisen können und deren Promotion sieben bis zwölf Jahre zurückliegt.

Zu den geförderten Projekten gehört eins von Professorin Miriam Edlich-Muth vom Lehrstuhl für Mittelalterliche englische Literatur und historische Linguistik. Sie wird digitale Methoden mit herkömmlichen hermeneutischen Ansätzen verbinden, um 32 Versionen des spätmittelalterlichen paneuropäischen Romans Floire und Blancheflor vergleichend zu analysieren. Ziel des Projekts ist es unter anderem, ein neues Verständnis dafür zu schaffen, wie diese beliebte Erzählung geschrieben, adaptiert und in verschiedenen Regionen Europas verbreitet wurde.

Professorin Laura Hartmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Makromolekulare Chemie, wird sich in ihrer Arbeit mit der natürlichen Zuckerschicht, die jede Zelle umhüllt (sogenannte Glykokalyx) sowie deren Rolle bei Infektionen beschäftigen.

Eva Ulrike Pirker vom Institut für Anglistik erforscht wiederum im Bereich der anglistischen Literaturwissenschaft, wie sich gesellschaftliche Narrative von Leistung beziehungsweise Verdienst (= „merit“) in literarischen Formen spiegeln, literarische Formen prägen und umgekehrt von literarischen Formen geprägt worden sind.

Eva-Maria Troelenberg, die die Professur für Transkulturelle Studien im Institut für Kunstgeschichte inne hat, untersucht die Geschichte des Mittelmeerraumes nach 1800. Dabei richtet sie den Blick auf bisher wenig beachtete und vernachlässigte Orte, Perspektiven und Narrative: Infrastrukturen und Maschinerien industrialisierter Beschleunigung, also Flughäfen, Bahnhöfe, Industriehäfen und Schiffe. Das Projekt wird dabei insbesondere das Potenzial von Bildern und Bildarchiven nutzen.

Die „Grants“ sind unter Forschenden sehr begehrt, viele Projekte können allerdings nicht berücksichtigt werden: In der Ausschreibungsrunde 2022 wurden von 2222 eingereichten Anträgen nur 321 (14,4 Prozent) für eine Förderung ausgewählt. Das Gesamtfördervolumen beträgt 657 Millionen Euro. Ausgewählte Projekte werden jeweils mit bis zu zwei Millionen Euro gefördert.