Düsseldorf: Erst Salami, dann Schuhe: Mann stiehlt im Hauptbahnhof

Urteil in Düsseldorf : Salami-Dieb stiehlt erneut – diesmal Schuhe

Im März bekam ein 37-jähriger Düsseldorf Bewährung, weil er Speck und Salami stahl – angeblich für seine schwangere Tochter. Nun muss er doch ins Gefängnis: Sein Schuh-Tick wurde ihm wohl zum Verhängnis.

Acht Monate Haft – mit diesem Urteil des Amtsgerichts musste sich am Dienstag ein mehrfach vorbestrafter 37-Jähriger abfinden. Der Schock saß so tief, dass dem Angeklagten die Tränen kamen. Der Mann war jedoch mehrfach auffällig geworden und hatte die nun in Rede stehende Tat nur einen Monat nach dem letzten, recht milden Urteil wegen Diebstahls – sieben Monate auf Bewährung – begangen.

Schon bei der ersten Tat hatte der Hartz-IV-Empfänger eine interessante Begründung für seinen Diebstahl gehabt: Damals hatte er Ende 2018 in einem Supermarkt 14 Packungen Salami und sechs Packungen Speck im Wert von knapp 70 Euro gestohlen. Die seien für seine damals 13-jährige Tochter, die – im fünften Monat schwanger – zu Hause „weinend nach Fleisch und Wurst gebettelt“ habe. Daraufhin packte der Mann seinen Rucksack voller Fleischwaren, drängelte sich an der Kassenschlange vorbei und wurde prompt erwischt.

Inzwischen ist das Enkelkind ein Jahr alt und der Mann steht wiederum vor Gericht. Einen Monat nach dem Wurstklau war er nach eigener Schilderung am Ende einer durchzechten Nacht am Hauptbahnhof gelandet. Gegen 9.30 Uhr hatte er eigentlich die U74 nach Hause nehmen wollen. Doch weil er auf die Bahn zehn Minuten warten musste, spazierte er – mit deutlich über 1,5 Promille Alkohol im Blut – durch den Bahnhof. Im Schuhgeschäft lachten ihm graue Herrenstiefelletten entgegen. „Dabei waren die nicht mal meine Größe“, sagte er vor Gericht. Widerstehen konnte er trotzdem nicht, zog das Paar an und verstaute seine alten Schuhe feinsäuberlich in einem Schuhkarton, den er wieder ins Regal stellte.

Beim Versuch, den Laden im neuen Schuhwerk zu verlassen, wurde er von einer Verkäuferin gestellt, die die stellvertretende Filialleiterin alarmierte. Allen Erklärungsversuchen zum Trotz – die Stiefelletten seien seien Schuhe, er habe sie noch bezahlen wollen – wurde der Diebstahl als solcher erkannt. Die Filialleiterin vor Gericht: „Er sah aus, als ob er die ganze Nacht durchgefeiert hat.“

Im Prozess erklärte der Mann, er habe halt einen Schuh-Tick. „Ich muss immer neue Schuhe haben, da bin ich krank.“ Nun wird er erst mal einige Monate ohne neue Galoschen auskommen müssen. Seine Tochter und der Enkel werden wahrscheinlich in dieser Zeit vom Jugendamt betreut.