Düsseldorf: Ermittlungen gegen Stadtdechant Urlich Hennes eingestellt

Düsseldorfer Staatsanwaltschaft : Ermittlungen gegen Stadtdechant Ulrich Hennes eingestellt

Dem 56 Jahre alten katholischen Pfarrer war sexuelle Belästigung vorgeworfen worden. Das Erzbistum äußert sich nicht.

Das Ermittlungsverfahren gegen Ulrich Hennes ist eingestellt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft sieht „mangels Nachweises“ keinen Grund, das Verfahren gegen den katholischen Stadtdechanten der Landeshauptstadt wegen sexueller Belästigung weiter zu verfolgen. Das erklärte die Behörde gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Das Erzbistum Köln hatte den Vorwurf an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet und den 56-Jährigen am 19. März von allen kirchlichen Ämtern beurlaubt. Gleichzeitig kündigte die Diözese die Eröffnung eines innerkirchlichen Verfahrens gegen Hennes an. Doch sollte bis zum Abschluss der Verfahren „keine Vorverurteilung stattfinden; es gilt die Unschuldsvermutung“, appellierte das Erzbistum damals.

Ulrich Hennes wollte am Abend die Nachricht gegenüber unserer Redaktion nicht kommentieren und verwies auf seinen Anwalt Peter Schnatenberg. Der erläuterte den Vorgang so: „Nach Aufnahme der Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft Anfang April wurde der erwachsene Priesteramtskandidat und Praktikant, auf den sich der Vorwurf der sexuellen Belästigung aus dem Jahr 2012 bezog, von der Polizei vernommen. Er hat Ulrich Hennes in diesem Gespräch ausdrücklich entlastet.“ Die Staatsanwaltschaft habe im konkreten Fall zugunsten des Beschuldigten ermittelt. Darüber seien er und Hennes sehr froh. „Es ist gut, dass wir ein Ermittlungsergebnis haben.“ Die Einstellung des Verfahrens komme einem Freispruch erster Klasse gleich.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und das öffentliche Aufsehen hätten seinen Mandanten schwer belastet, so Schnatenberg weiter. Nun erwarte er dessen vollständige Rehabilitierung und die sofortige Aufhebung der Beurlaubung und die Wiedereinsetzung in alle Ämter. Es wäre ein „Zeichen von Größe“, wenn der Kölner Kardinal Rainer Woelki dazu selbst nach Düsseldorf käme, so der Anwalt.

Das Erzbistum hat sich noch nicht geäußert und verweist auf „laufende Verfahren“. Laut „Stadt-Anzeiger“ geht es dabei um Anzeigen, die nach dem Bekanntwerden des Vorwurfs gegen Hennes eingegangen waren. Schnatenberg sprach von „Trittbrettfahrern“.

(kna/jj )
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