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Düsseldorf: Empfang für Corona-Helfer im Rosengarten

Ehrung in Düsseldorf : Swingender Dank an Corona-Krisenhelfer

Masken nähen, Bedürftige versorgen oder mit Musik trübe Gedanken vertreiben: Seit Beginn der Pandemie haben sich viele Düsseldorfer ehrenamtlich um andere gekümmert. Dafür dankte ihnen der Oberbürgermeister und genoss den Empfang im Rosengarten auch aus einem ganz persönlichen Grund.

Die Spielfreude der Swinging Funfares war unüberhörbar. Im Rosengarten des Stadtmuseums intonierten 30 Musiker den unverkennbaren satten Bläsersound mit drängenden Rhythmen und glasklarem Gesang. „Es macht einfach Spaß wieder vor Leuten zu musizieren“, gesteht der musikalische Leiter der Funfares Stefan Kleinehr. „Nach drei Monaten erzwungener Konzertpause sind wir alle froh, dass wir wieder in voller Besetzung spielen können.“

Die Swinging Funfares waren der Showact beim „Dankeschön-Empfang“ der Stadt für Ehrenamtliche, die sich in der Corona-Krise besonders für hilfsbedürftige Menschen engagiert hatten. Eingeladen vom Referat für Bürgerschaftliches Engagement der Landeshauptstadt Düsseldorf waren „Corona-Engel“ aus unterschiedlichen Organisationen wie Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Düsseldorf teilt, Freiwillige Feuerwehr, Malteser, Technisches Hilfswerk, vision:teilen, Altstadtengel und Einzelpersonen kamen mehr als 100 Menschen in den Rosengarten.
Die Funfares hatten sich sogar doppelt für die kleine Feier qualifiziert. Nicht nur ihre musikalische Qualität, sondern auch ihr Corona-Engagement war „Rosengarten-würdig“. „Wir haben mit unserem Transporter Essen ausgefahren und ihn für andere Lieferungen bereit gestellt“, verrät Kleinehr. „Und wir haben oft mit kleiner Besetzung in oder besser vor Alten- und Pflegeheimen gespielt. An einem Tag waren wir direkt nach Oberbürgermeister Thomas Geisel, der ein Flötenkonzert gegeben hat dran. Es ist selten, dass man einen Oberbürgermeister als Vorgruppe hat.“
Für den OB war sein Auftritt im Rosengarten Ausdruck eines neuen und doch alten Lebensgefühls. „Wenn man mal ausnahmsweise nicht in eine Videokamera spricht, sondern richtig Menschen vor sich hat. Das Allerschönste ist aber, wenn man weiß, es sind alles richtig nette Leute. Leute, die einen Unterschied gemacht haben, in einer Phase, die wir uns alle nicht haben vorstellen können,“ sagte Thomas Geisel.
Wer hilft den Menschen, die sich ganz besonders schützen müssen vor einer Infektion? Die Älteren, die Menschen mit Vorerkrankung, für die dieses Virus möglicherweise Lebensbedrohend sein könnte. Die Antwort Düsseldorfs: Viele, aus allen sozialen Schichten, Religionsgemeinschaften, Mit- oder ohne Migrationshintergrund. „Ihnen allen herzlichen Dank. Es ist mehr als angemessen, dass Sie eingeladen sind, zu feiern“, dankte Geisel.

Die Freiwillige Feuerwehr hatte wochenlang Überstunden gemacht, neben dem normalen, ehrenamtlichen Wachdienst Infektionsschutzmaterial nach Düsseldorf gebracht und verteilt. „Die Freiwillige Feuerwehr ist da, wo sie gebraucht wird“, meint Feuerwehrsprecher“, Felix Heidemeyer. „Für uns war es Selbstverständlich zu helfen.“ Dabei hat sich die Wache Hubbelrath mit besonders großem Einsatz hervorgetan.

Auch die Altstadengel schraubten in der Krisenzeit ihren Einsatz weiter nach oben. Seit 2016 kümmern sich die Engel um Odachlose, verteilen Kleidung, Essen, Kosmetika, also alles was benötigt wird. „Mit Corona war alles anders“, erklärt Altstadtengel-Mitgründerin Sonja Mindt. „Wir haben Essen aus Autos verteilt und alles kontaktlos gemacht. Wir haben versucht, allen zu helfen, die auf die Tafeln und Suppenküchen angewiesen sind. Dabei haben sich meine 'Erzengel' Sonja und Klaus Plieninger den Arsch aufgerissen.“

Weiterhin sind die Altstadtengel und alle anderen Spendenfinanzieren Organistaonen auf Unterstützung angewiesen. Wer die Altstadtengel unterstützen will, kann sich per Email (altstadtengel@gmx) melden.
Aber nicht nur Vereine und sozial engagierte Organisationen wurden in der Krise aktiv. Auch Einzelpersonen hatten Ideen und setzten sie um. So wie Nadja Zikes. Die Künstlerin nähte Nase-Mund-Masken, gestaltete sie künstlerisch, verschenkte sie zum Teil, den anderen Teil verkauft sie zu Gunsten odachloser Frauen. „Ich habe schon 1000 Euro zusammen“, so Zikes. „Davon werden Frauen am 24. Juni in Kooperation mit dem Gute-Nacht-Bus beschenkt.“ Das soziale Engagement vieler Düsseldorfer geht also auch in Zukunft weiter.