1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Ein Bündnis aus über 50 Vereinen macht sich stark gegen Rassismus

Antikriegstag in Düsseldorf : Mehr als 50 Organisationen feiern Fest für die Demokratie

Zum Antikriegstag am Sonntag hat ein breites gesellschaftliches Bündnis zur Feier in den Ehrenhof geladen, um Rassismus und Nationalismus eine klare Absage zu erteilen.

Das Düsseldorfer Fest für Frieden, Freiheit und Demokratie hat am Sonntag viele Besucher angezogen. Über 50 Organisationen, von Wohlfahrtsverbänden über Parteien, Gewerkschaften und Kirchen, waren auf dem Fest im Ehrenhof vertreten. „Vor dem Hintergrund der Herausforderungen für die Demokratie ist es wichtig ein Zeichen für eine offene und tolerante Gesellschaft zu setzen“, erklärte Sigrid Wolf, Sprecherin des Düsseldorfer Appells, einem Bündnis gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. „Heute, 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, sind in wir der Pflicht darauf hinzuweisen, wohin das Wiedererstarken von Nationalismus führen kann.“ Demokratie und Freiheit müssten verteidigt werden. „Wir leben in einer Welt, wo 70 Millionen Menschen auf der Flucht vor Hunger, Naturkatastrophen und Krieg sind“, so Wolf weiter. Und diese Probleme ließen sich nicht mit mehr, sondern nur mit weniger Waffen lösen. Düsseldorf sei eine bunte und weltoffene Stadt. „Und wir stehen für Humanität und Respekt.“

Das ist auch für Hildegard Düsing-Krems, Vorsitzende des Vereins „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“, wichtig. „Wir möchten Brücken zwischen den Menschen bauen“, so Düsing-Krems. „Und dafür brauchen wir auch soziale Sicherheit, Frieden und Demokratie.“ So sieht das auch Karin Diane Jungjohann von dem Verein „Hilfe bei der sprachlichen Integration“, (Hispi). „Menschen, die in unser Land kommen, geben auch uns sehr viel“, so Jungjohann. „Im Hispi unterrichten wir Menschen aus 70 verschiedenen Nationen, viele davon sind Diktaturen. Und bei uns erfahren die Schüler dann auch, wie Demokratie geht.“ Ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte will auch Melanie Wohlgemut, Leiterin von Puls, dem Jugendzentrum für junge Lesben, Schwule, bi-, und transsexuelle Menschen setzen. „Denn das Recht auf die sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht“, so Wohlgemuth. „Deswegen darf niemand wegen seiner sexuellen Orientierung oder Identität diskriminiert werden.“

Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht zu vergessen, dafür engagiert sich Matthias Richter von der jüdischen Gemeinde. „In der Ukraine gab es den Holocaust durch Erschießen“, erklärt Richter. „So wurden 1941 an nur zwei Tagen 33.000 Juden erschossen. Dafür haben wir das Projekt ‚Erinnern lernen’ ins Leben gerufen.“ Erinnerung und Antisemitismus seien immer miteinander verbunden, und das Engagement für Demokratie und Freiheit so wichtig wie eh und je.