Umwelt- und Tierschutz in Düsseldorf Wie Kronkorken den Greifvogelschutz helfen

Düsseldorf · Seit einigen Jahren gibt es das Projekt „Düsselkronen“. Kronkorken werden gesammelt, zurück in den Wertstoffkreislauf gebracht und der Erlös gespendet. Jetzt gibt es die Bilanz für 2023.

 Von links: Jerome Pauls (Schrottbienen), Frank Seifert (Greifvogelhilfe Rheinland), Rüdiger Unger (Düsselkronen), Victoria Blocksdorf (Düsselkronen und Blockblocks Cleanup) bei der Spendenübergabe im Medienhafen.

Von links: Jerome Pauls (Schrottbienen), Frank Seifert (Greifvogelhilfe Rheinland), Rüdiger Unger (Düsselkronen), Victoria Blocksdorf (Düsselkronen und Blockblocks Cleanup) bei der Spendenübergabe im Medienhafen.

Foto: Anne Orthen (orth)

Kronkorken haben einen Durchmesser von 2,6 bis drei Zentimetern und wiegen zwischen zwei bis drei Gramm. Überall fallen sie an, besonders aber in der Gastronomie, bei Unternehmen oder Veranstaltungen. Entsprechend viele davon hat Rüdiger Unger gemeinsam mit Blockblocks Cleanup schon während gemeinsamer Müllsammelaktionen eingesammelt. Irgendwann kam ihm der Gedanke: „Das ist ja Metall, das könnte auch zurück in den Kreislauf“ und die Idee, die Kronkorken getrennt zu sammeln war geboren – und damit auch ein Name für das Projekt: Düsselkronen.

Seitdem wird fleißig gesammelt – nicht mehr nur bei Cleanups, sondern vor allem bei inzwischen über 50 Sammelstellen verteilt über die ganze Stadt. „Ich habe kaum mehr einen Überblick, wer jetzt alles für die Düsselkronen aktiv ist, denn wir verlangen von unseren Partnern auch einiges an Eigeninitiative“, erzählt Victoria Blocksdorf, die das Projekt vor einiger Zeit in ihr gemeinnütziges Unternehmen Blockblocks Cleanup aufgenommen hat. Alle müssen sich selbstständig registrieren und Bescheid sagen, wenn die Sammelbehälter voll sind.

Da gibt es etwa das Fortuna-Büdchen, das Bürgerhaus Salzmannbau, das Hyatt Hotel im Medienhafen und auch die Rheinische Post, um nur einige zu nennen, die sich bei dem Projekt engagieren. „Früher haben wir alles händisch eingesammelt“, erinnert sich Rüdiger Unger, und auch daran, dass in seinem Keller zwischengelagert wurde.

Mittlerweile hat man mit den Schrottbienen schon länger einen verlässlichen Partner gefunden. „Am Anfang hatten wir ein paar Hundert Kilo zusammen. So viel springt da nicht raus, aber die Schrottbienen haben, weil sie die Idee gut fanden, damals die Summe verdoppelt“, sagt Victoria Blocksdorf. Denn das Geld wird jedes Jahr an eine andere kleine, lokale Tierschutzorganisation gespendet. Sei es die Eichhörnchen-Notfallstation in Neuss, die Stadttaubenhilfe in Köln oder der Tiernotruf – das Geld, das dank der Hilfe vieler Sammler zusammenkommt, macht für diese Organisationen einen großen Unterschied und hilft ihnen in der Arbeit mit und für die Tiere. Ganz nebenbei werden auch noch viele wertvolle Rohstoffe zurück in den Wertstoffkreislauf geführt.

Das Gewicht und die Menge an Kronkorken können sich wirklich sehen lassen: 2023 wurden insgesamt 7424 Kilogramm Kronkorken errechnet, umgerechnet etwa 3,9 Millionen Stück. Herausgekommen sind dabei 1114 Euro, die an die Greifvogelhilfe Rheinland gehen. Frank Seifert ist selbst Falkner und hat vor einigen Jahren eine Auffangstation gegründet. Seither klingelt ständig das Telefon. „Wir helfen nicht nur aktiv Tieren vor Ort, wir unterstützen auch per Whatsapp oder Videotelefonie weltweit“, erzählt er. Ob in Neuseeland, in Alaska oder Namibia, Greifvögel in Not finden sich überall – und vor allem Menschen, die ihnen helfen wollen. „Die Kosten sind natürlich hoch, Futter, Material, Unterbringung, Tierarztkosten“, zählt er auf. Doch mit der Arbeit wird nicht nur den Vögeln geholfen, auch die Forschung kann durch die Arbeit des Vereins viel profitieren. „Wir sind regelmäßig in Kontakt mit Universitäten und nehmen akribisch Daten auf“, erzählt er.

Auch 2024 soll gesammelt werden. Schon jetzt sind rund eine Tonnen Krinkorken zusammen – und ein weiterer Verein wird Unterstützung erhalten: Der Fledermausschutz NRW.

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