Lifestyle-Markt auf Düsseldorfs Galopprennbahn Dritte Landpartie bietet Schönes, Nützliches und Köstliches

Düsseldorf · Am Wochenende lockte die dritte Auflage der „Landpartie“ wieder viele Besucher auf die Galopprennbahn Grafenberg. Für viele Menschen ist das mittlerweile ein beliebter Lifestyle-Markt.

Bei der Landpartie an der Rennbahn zeigt Marita Drees, wie man mit Zeitungspapier bastelt.

Bei der Landpartie an der Rennbahn zeigt Marita Drees, wie man mit Zeitungspapier bastelt.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

In entspannter Atmosphäre die schönen Dinge des Lebens genießen, das ist die Grundidee der „Landpartie“. Zum dritten Mal bot die Galopprennbahn Grafenberg am Wochenende dafür die passende Location und ist mit inzwischen 140 Ausstellern noch gewachsen. Das Angebot reicht von handgeschnitzten Tierfiguren, Brunnen und ausgefallenen Gartenmöbeln über Mode aus feinster Alpakawolle bis zu afrikanischem Kunsthandwerk und bretonischen Spezialitäten. Am Montag, 1. Mai, ist die diesjährige Landpartie noch einmal von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Bespielt wird mit Ausnahme des Geläufs das gesamte Gelände. Veranstalter Remo Müller will laut eigenen Angaben ein Publikum erreichen, das ein entspanntes Miteinander schätzt und ein gutes Glas Wein bei leiser Musik genießen will statt großen Rummel. Viel Handgemachtes bestimmt das Angebot mit einem Schwerpunkt auf Händler und Künstler aus der Region, wie beispielsweise die Glasveredlermeisterin Margit Klammer. Sie betreibe „ein aussterbendes Kunsthandwerk“, erzählt die Mettmannerin. „Von drei Ausbildungsbetrieben gibt es inzwischen nur noch einen“, bedauert Margit Klammer, die auf 30 Jahre Erfahrung zurückblickt. Auf Wunsch veredelt sie auch Glasgefäße ihrer Kunden nach individuellen Vorstellungen. „Ich mag einfach die Mischung aus Klassik und Moderne“. Als Beispiel erzählt sie von Gläsern einer Kundin, die zu einer Bowle gehörten. „Familienerbstücke, die im Schrank verstaubten. Ich konnte ihnen durch Veredelung wieder etwas Schwung geben“.

Frank Lötfering hingegen sammelt regelmäßig an den Rheinufern Treibholz ein, um daraus in seinem Atelier „Arteyu“ in Heerdt Kunstwerke zu machen. „Mir gefällt die Vorstellung der Nachhaltigkeit, wenn ich aus angeschwemmtem Holz etwas Neues schaffen kann“, sagt er und verrät seine Lebensphilosophie: „Alles ist im doppelten Sinne im Fluss.“ Fündig wird er vor allem, wenn es Hochwasser gab. „Aber ich sehe auch bei Niedrigwasser wie letzten Sommer immer etwas, das für mich interessant ist.“ Da könne auch schon mal ein kaputter Stuhl dabei sein, dem er eine andere Funktion als Kunstwerk verlieh. Allerdings sei sein neues Atelier in Heerdt, doch „ziemlich klein“. Deshalb müsse er mit seiner Sammelleidenschaft erst einmal etwas kürzer treten, bis er einen Platz für seine Werke gefunden habe.

Marita Drees mag es ebenfalls nachhaltig. In ihrer Borkener „Zeitungsspinnerei“ kreiert sie aus Altpapier Schmuck, Accessoires, Untersetzer oder sogar Westen. Dafür dreht sie Zeitungspapier auf einer Spindel zu dünnen stabilen Fäden, die dann ähnlich dem Häkeln verarbeitet werden können. „In Indien kennt man dieses Kunsthandwerk schon lange“, verrät Marita Drees, die hierzulande eine der Pionierinnen in diesem Bereich ist und gerade ihr erstes Anleitungsbuch veröffentlicht hat. Auch kulinarisch gibt es wieder einiges zu probieren von herzhaft pikanter Granatapfelcreme über frisch gebackenes Wallnussbaguette, Honig, Tee- und Ölspezialitäten bis hin zu Leckereien aus Lakritz, Original British Fudge Toffes und italienischem Mandelgebäck.

Neben dem Geläuf zeigen verschiedene Aussteller, wie sich Garten und Terrasse mit passendem Mobiliar verschönern lassen, zum Beispiel mit Strandkorb oder gemütliches Rattansofa – Ausprobieren vor Ort inklusive. Im Herbst lädt der Veranstalter der Landpartie zum „Herbstfestival“ auf Schloss Eller ein, das vom 1. bis 3. September stattfinden wird.

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