Düsseldorf: Dorfplatz in Hubbelrath soll verschönert werden

Umbau : Unser Dorfplatz soll schöner werden

Die Bürger in Hubbelrath wollen, dass der unscheinbare Platz an der Dorfstraße verschönert wird. Doch die erarbeiteten Vorschläge sind der Bezirksvertretung mit mehr als 70.000 Euro zu teuer.

Es war einmal vor zehn Jahren, da fasste die Bezirksvertretung 7 den Entschluss, den Platz im Zentrum von Hubbelrath, direkt gegenüber des Feuerwehrhauses, ansprechender zu gestalten, ihm einen höheren Aufenthaltswert zu verleihen, vielleicht mit einem Brunnen und schöneren Bänken. Es vergingen exakt drei Jahre, da kam es zu einem Ortstermin, mit Bürgern, Politikern, Stadtplanern. Zu einer Einigung, was getan werden könnte, kam es nicht.

Jetzt, weitere sieben Jahre später, haben sich die Vereine und Institutionen in Hubbelrath zusammengesetzt und der Stadt erneut einen Vorschlag unterbreitet, wie der triste Platz, der eher einer abschüssigen Wiese gleicht, attraktiver gestaltet werden könnte. Die Planung sieht vor, zwei oder gar drei Bäume zu fällen, um so eine bessere Sichtachse Richtung der Kirche St. Cäcilia herzustellen sowie die Fläche auf das untere Gehwegniveau abzusenken und die Fläche mit durchlässigem Pflaster zu befestigen. Gegen diese Idee meldete das Umweltamt aber sofort Protest an: Die Fällungen der Fichte und Eibengehölze sei möglich, nicht jedoch der Linden, die erhaltenswert seien und unter die Baumschutzsatzung fallen würden. Die Abgrabung des Geländes erfordere zudem eine Stützwand von 1,50 Meter Höhe und eine Brüstung. Die Kosten ohne Eigenleistungen würden 75.000 Euro betragen.

Die Verwaltung hat daraufhin einen anderen Vorschlag gemacht: Die Fichte könne gefällt werden, die Freiwillige Feuerwehr in Hubbelrath habe dafür auch ihre Hilfe angeboten. Auch die wuchernden Eibengehölze an der östlichen Grundstücksseite könnten durch das Gartenamt entfernt werden.

Variante 1: Die Fläche des Platzes soll auf das untere Gehwegniveau abgesenkt werden. Foto: Marc Ingel

Die drei erhaltenswerten Linden würden am Ende der Straße „An der Linde“ das Pendant zur historischen „Hubbelrather Linde“ im Norden bilden und so die höher gelegene Wiese im Dorf als „Hubbelrather Dorfplatz“ markieren. Die gesamte Fläche könnte geebnet werden, um eine große Nutzfläche ohne nennenswertes Gefälle zu erhalten. Eigenleistungen der Freiwilligen Feuerwehr und des Schützenvereins würden die Kosten mindern. Und: „Die örtlichen Vereine könnten in der Zukunft die Patenschaft für den Dorfplatz übernehmen und die regelmäßige Pflege sichern“, regt das Umweltamt an.

Variante 2: Die Fichte ist gefällt, der Blick ist frei, eine Treppe mit Sitzstufen lädt zum Verweilen ein. Foto: Marc Ingel

Als Highlight schlägt die Verwaltung zudem eine Treppenanlage mit Sitzstufen vor, die den unteren Gehweg und die Schülerbushaltestelle mit der höher gelegenen Wiese verbindet. Einziges Manko: Mit rund 74.000 Euro ist diese Alternative auch nicht viel billiger. Und da im Haushalt des Amtes für Verkehrsmanagement keine Mittel für die Gestaltung des Dorfplatzes vorgesehen seien, sei eine zeitnahe Umsetzung nur dann möglich, wenn die Bezirksvertretung die Maßnahme aus eigenen Mitteln finanziere.

Als eher unrealistisch schätzt Bezirksbürgermeister Karsten Kunert es ein, dass die Bezirksvertretung diese Summe bereitstellen würde. „Das übersteigt unser Baumittel-Budget.“ Daher habe er zusammen mit Bezirksverwaltungsstellenleiterin Claudia von Rappard beim Titularfest der Schützen auch den Kontakt zu den Hubbelrathern gesucht. „Die Treppe wollen die Bürger ohnehin nicht, stattdessen haben sich alle bereit erklärt, die Pläne intern zu überarbeiten und eine abgespeckte Version zu präsentieren, die dann im Laufe des Jahres noch einmal bei uns auf die Tagesordnung kommt“, sagt Kunert. Prinzipiell sei dieser Standort im Dorf aber natürlich ideal für eine Aufwertung. „Hier ziehen der Schützenzug oder auch die Fronleichnamsprozession vorbei. Und natürlich haben die Hubbelrather ein Anrecht darauf, dass in ihrem Dorf etwas Positives passiert“, so Kunert.

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