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Düsseldorf: Diskussionen um den Hochzeits-Pavillon

Info-Stand in Düsseldorf : Diskussionen um den „Hochzeits-Pavillon“

Bezirkspolitiker, Anwohner und interessierte Bürger überlegten im Hofgarten, wo der Musikpavillon vom Heinrich-Heine-Platz in Zukunft stehen soll. Bürgermeister Josef Hinkel kann die Argumente beider Parteien verstehen.

Die Meinungen gehen auseinander. Die einen, wie die Bezirkspolitikerinnen Sabine Schmidt (CDU) und Daniela Masberg-Eikelau (FDP), sind dafür, den Musikpavillon vom Heinrich-Heine-Patz demnächst vor dem Standesamt an der Inselstraße zu platzieren. Die anderen sind strikt dagegen. „Wenn der Musikpavillon am Standesamt steht, müsste man einen Schlichter haben, der entscheidet, welche Hochzeit wann und wie lange dort gefeiert werden darf“, sagt ein Anwohner der Inselstraße. „Außerdem werden sich dann nachts Jugendliche mit Ghetto-Blastern versammeln und Obdachlose den Pavillon als willkommenen Schlafplatz nutzen.“

Die Tage des historisch anmutenden Pavillons an alter Stelle sind gezählt, weil in Kürze der Umbau des Heine-Platzes beginnen soll. In den Umgestaltungsplänen hat der Pavillon keinen Platz mehr. Komponist Franz Mahee und der Ex-Baas der „Alde Düsseldorfer“, Heinrich Spohr, regen an, den Musikpavillon seinem Namen nach zu nutzen und ihn anstelle des in die Jahre gekommenen Hofgarten-Pavillons aufzustellen. „Nicht umsonst heißt er Musikpavillon. Warum kann man ihn dann nicht seiner namentlich festgelegten Funktion zuführen?“, fragt Spohr. „Dann bekämen die Hofgarten-Konzerte auch einen ansprechenden Rahmen.“ Dieser Vorschlag wurde aber bereits in der Bezirksvertretung 1 abgelehnt. Um die Verwirrung komplett zu machen, hat die Verwaltung drei Alternativstandorte ausgesucht: am Graf-Adolf-Platz, nördlich vom Kö-Bogen und hinter dem Landtag.

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Die Chancen, dass es ein neues Hochzeits-Highlight in Düsseldorf geben wird, sind indes gesunken. Die Stadtverwaltung hat den von der BV 1 geforderten Prüfauftrag für den Inselstraßen-Standort negativ beschieden. „Zusammenfassend ist die Begründung, dass es dem Hofgarten-Gestalter Maximilian Friedrich Weyhe nicht gefallen hätte und dass im aktuellen Parkpflegewerk kein Pavillon vorgesehen sei“, sagt Masberg-Eikelau. „Aber unsere Aufgabe ist es nicht, nur auf das Parkpflegewerk zu achten, sondern auch auf die Menschen und deren Wünsche einzugehen.“

Nicht nur Bezirkspolitiker, Anwohner und weitere interessierte Bürger diskutierten am Samstag über das Problem. Auch Bürgermeister Josef Hinkel (CDU) kam, hörte zu und diskutierte mit. „So eine direkte Bürgerbefragung ist interessant. Ich nehme viele Argumente mit. Die Befürchtung der Ballermannisierung des Pavillons am Standort Inselstraße kann ich verstehen“, sagt Hinkel. „Es gab ein sehr gemischtes Stimmungsbild. Beide Seiten haben gute Argumente.“