Düsseldorf: Diskussion über Respekt in der Arbeitswelt

Werte-Debatte : Über Respekt und Haltung in der Arbeitswelt

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton lud zu einer Podiumsdiskussion mit prominenter Besetzung.

Die Wirtschaftsprüfer von Warth & Klein Grant Thornton setzen im Unternehmen auf einen respektvollen Umgang. „Ohne unsere Mitarbeiter funktioniert nichts, sagte CEO Joachim Riese beim Neujahrsempfang im Hotel Intercontinental: „Das Miteinander muss auf der Basis von Werten passieren.“ Diese Werte waren auch Thema einer von Dunja Hayali moderierten Podiumsdiskussion unter dem Titel „Respekt.Transparenz. Haltung.“

Beim Düsseldorfer Hotel-Suchportal Trivago etwa sind Grundwerte die Basis der Arbeit, wie die Verantwortliche für Unternehmenskultur, Anna Gottschalg, sagte. Es gebe einen respektvollen Umgang untereinander: „Jeder darf Dinge in Frage stellen, die ,von oben’ kommen“, so Gottschalg – wobei diese Formulierung angesichts der flachen Hierarchie kaum jemand verwende.

In der Politik dagegen ist es um den gegenseitigen Respekt teilweise schlechter bestellt, wie der Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi (Linke) einräumte. „Ziemlich furchtbar“ nannte er den Umgang miteinander und bekannte: „Es besteht zum Teil kein gegenseitiger Respekt.“ In Zeiten, in denen man ihm keinen Respekt entgegengebracht habe, hätten ihm drei Dinge geholfen, so der Jurist. Er habe „nicht zurückgehasst“, sagte er: „Ich habe meinen Humor nicht verloren, und ich bin – wie ich festgestellt habe – preußisch stur.“

Beim Deutschen Gewerkschaftsbund ist die wichtigste Regel schnell zusammengefasst: „Wer hetzt, der fliegt, da haben wir eine klare Haltung“, sagte der Vorsitzende Reiner Hoffmann. Respekt bedeute hier vor allem die Anerkennung von Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Von Unternehmen erwarte er, „dass sie Arbeits-, Sozial- und Umweltgesetze respektieren“. Hoffmann betonte, auch zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sei Respekt ein wichtiger Wert, auch wenn stark im Fokus stehende Tarifkonflikte das nicht immer vermuten ließen. „Mit 180.000 Betriebsräten und 220.000 Personalräten im Alltag den Dialog in den Unternehmen hinbekommen – das hat viel mit Transparenz, Respekt und Haltung zu tun.“

Die Gründerin der Digitalagentur TLGG, Fränzi Kühne, betonte, man habe beim Wachstum des Unternehmens irgendwann erkennen müssen, dass man nicht mehr mit jedem Mitarbeiter direkt in Kontakt steht. „Wir mussten eine Vision entwickeln und Werte definieren, für die dieses Unternehmen steht.“ Für die Digitalisierungs-Prozesse in vielen Unternehmen wünschte sie sich eine Diskussion, die weniger angstgetrieben geführt werde.

Die Warth & Klein Grant Thornton Gruppe hat im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatzzuwachs von gut 8 Prozent auf rund 105 Millionen Euro verzeichnet. Wesentliche Umsatztreiber waren die Steuer- und Rechtsberatung sowie die Corporate Finance & Advisory Services. Auch der Bereich der Wirtschaftsprüfung wuchs um mehr als 3 Prozent. Das Unternehmen hat rund 950 Mitarbeiter an zehn Standorten.

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