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"Düsseldorf Digital": Digitalisierung ist nicht aufzuhalten

Auftakt der Reihe "Düsseldorf Digital" : "Digitalisierung ist nicht aufzuhalten"

Beim Auftakt der Reihe "Düsseldorf Digital" von Rheinischer Post und Wirtschaftsclub diskutierten Start-up- und etablierte Unternehmer mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum.

Mit einer neuen Netzwerkveranstaltungen bringen die Rheinische Post und der Wirtschaftsclub Düsseldorf Unternehmer, Start-ups und Vertreter der digitalen Industrie zusammen. Am Donnerstag fand im Wirtschaftsclub die Auftaktveranstaltung statt. Und der große Zuspruch an Besuchern zeigt, dass die Digitalisierung bei Düsseldorfs Unternehmern derzeit das kritischste Thema ist.

Nicht alle Firmenlenker hat diese Nachricht erreicht. "Eine Umfrage hat ergeben, dass 70 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als fünf Millionen Euro mit dem Internet nichts zu tun haben wollen und weniger als fünf Prozent ihres Umsatzes darin investieren, eine erschreckende Nachricht", sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD), der verspätet kam, weil im Landtag eine Debatte ausgerechnet über digitale Themen in die Verlängerung ging.

Kammern und Verbände müssten die Unternehmen bei der Digitalisierung besser begleiten, sagte Duin und blickte zu Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert. "Es gibt das düstere Szenario für Deutschland, dass in Zukunft die Software in den USA entsteht, und die Maschinen in China. Und was wird aus uns, die wir uns für den Ausrüster der Welt halten?", sagte der Minister. Das sei ein sehr reales Szenario.

"Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten", sagte Gastredner Klemens Skibicki, Professor für Wirtschaftsgeschichte. Ob man diesen Prozess gut finde oder nicht, sei unerheblich. "Die Menschen, die mit dem Netz groß geworden sind, entscheiden nicht nach alten Konventionen. Wenn sie bei Amazon ein Buch mit einem Klick kaufen können, dann machen sie es, anstatt einen Anbieter mit drei Klicks und einer aufwendigen Registrierung vorzuziehen."

Dennoch seien deutsche Unternehmen noch am Anfang der Transformation. Dabei zeigte der Wissenschaftler ein Foto, das aufgenommen wurde, als Schweden vom links- auf den rechtsseitigen Straßenverkehr umstellte; die Autos wechseln grade chaotisch die Straßenseite. "Genau da stehen wir, gerade haben sich die Regeln geändert", sagte Skibicki. Eine der wichtigsten Änderungen im Kundenverhalten: Empfehlungen bei Facebook seien weitaus relevanter, als viele glaubten. Darauf müssten Unternehmen reagieren.

Dass er das bereits gemacht habe, stellte Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum in seinem Vortrag heraus. "Die klassische Werbung ist nur noch ein Teilausschnitt davon, wie Kunden Unternehmen wahrnehmen. Das Gros läuft über Ratings und Empfehlungen", so der Mobilfunkmanager. Vodafone sei heute in allen digitalen Kanälen - Facebook, Twitter, Xing und Co. - vertreten. "Dafür haben wir ein Social Media Listening entwickelt, das uns sagt, was im Netz über uns gesprochen wird", sagte Schulte-Bockum.

RP-Chefredakteur Michael Bröcker und Wirtschaftsclub-Geschäftsführer Hans-Joachim Driessen kündigten an, die Reihe "Düsseldorf Digital" zu einem Treffpunkt von Start-ups und etablierten Unternehmern zu machen. "Ich wünsche mir mehr Gäste im Kapuzenpulli", sagte Bröcker. "Der Wirtschaftsclub will junge und alte Unternehmer zusammenbringen, so Driessen.

(tb)