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Düsseldorf: Dieselfahrverbot droht - Kommt die Seilbahn nach Hubbelrath?

Kommt die Seilbahn nach Hubbelrath? : Düsseldorf plant für ein drohendes Dieselfahrverbot

Im Fachdezernat der Stadt wird eine neue Abteilung für die Verkehrswende aufgebaut. Darin werden Spezialisten zusammengezogen, um die Verkehrsströme besser verstehen und steuern zu können.

Am 22. Februar entscheidet das Bundesverwaltungsgericht, ob Diesel-Fahrverbote in Städten mit zu hoher Luftbelastung grundsätzlich zulässig sind oder nicht. Das Land will solche Verbote nicht, die Stadt auch nicht. Sollte es umgesetzt werden müssen, sind Klagen dagegen programmiert.

Die Stadt Düsseldorf setzt dennoch auf die Verkehrswende, weil die zunehmende Zahl an Autos die Straßen der wachsenden Stadt verstopft und Abgase die Lebensqualität beeinträchtigen. Für ein ganzes Bündel an Maßnahmen erhält die Stadt Förderzuschüsse des Bundes.

Aber was macht sie, wenn es zum Dieselfahrverbot kommt? "Wir können nur versuchen, unsere Maßnahmen schneller umzusetzen", sagt Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke. Einen Plan B gebe es nicht.

Die Stabsstelle

Zuschke hat eine Stabsstelle für die Verkehrswende eingerichtet, die unter Leitung von Markus Schneider zur Abteilung ausgebaut werden soll. Offizieller Name: Stabsstelle "Strategische Mobilitätsplanung". Ihr Ziel ist es, möglichst vielen Menschen Angebote zu machen, die sie davon überzeugen, auf das eigene Auto beim Weg in die Stadt zu verzichten. Dabei liegt folgende heutige Aufteilung des Verkehrs in Düsseldorf zugrunde ("Modal-Split"): 40 Prozent entfallen auf den motorisierter Individualverkehr (MIV), 19 Prozent auf den Öffentlichen Verkehr (ÖV), zwölf Prozent der Strecken werden mit dem Rad zurückgelegt, 29 Prozent zu Fuß.

Wer macht mit?

Gut zehn Experten arbeiten in der Stabsstelle zusammen. Daniela Bartsch baut ein Verkehrsmodell für den ÖV auf und erstellt Verkehrsanalysen, Georgios Emmanouilidis tut dies für den Individualverkehr. Markus Schneider kümmert sich um Mobilitätskonzepte, Digitalisierung und Vernetzung. Veronika Eilrich ist für Nahverkehrsplanung zuständig, Julia Rittershaus unter anderem für Multimodalität und Radverkehr, Jürgen Schneider für regionale Kooperationen. Die unterschiedlichen Qualifikationen sollen zusammengeführt zu neuen Lösungen führen.

Projekte

Neben Baumaßnahmen und einer besseren Infrastruktur (mehr Radwege, E-Ladestationen etc.) spielt das Wissen um Verkehrsströme und Nutzerverhalten eine große Rolle. Digitalisierung und Vernetzung werden immer wichtiger. Derzeit werden etwa Daten gesammelt, um im Stadtgebiet Verkehrsräume zu definieren, in denen sogenannte Mobilstationen eingerichtet werden. An diesen werden verschiedene Mobilitätsträger gebündelt wie Leihrad, E-Roller und Mietauto. Diese soll man sich per App ebenso reservieren können wie den Platz in intelligenten "on-demand-Kleinbussen", die sich die Planer gut auf Düsseldorfs Straßen vorstellen können.

Gearbeitet wird, um diese Ideen zu unterstützen, am Verkehrsmodell. Dieses bildet die Verkehrsnachfrage ab und ermöglicht Prognosen: Wo sollte man Linien ausbauen, wäre die Seilbahn nach Hubbelrath sinnvoll, wo sorgen Bauvorhaben für bedeutende neue Verkehre etc.?

(ujr)