Düsseldorf: Die Pflege als Jobgarantie

Ausbildung in Düsseldorf : Die Pflege als Jobgarantie

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt stetig an. In kaum einem anderen Beruf sind die Aussichten auf eine Übernahme nach Ende der Ausbildung so gut. Aktuell fehlen im Regierungsbezirk Düsseldorf gut 2000 Pfleger.

Wer einen Pflegeberuf ergreift, hat faktisch eine Jobgarantie. Diese Ansicht vertritt zumindest der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. „Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt pro Jahr um zwei bis drei Prozent“, erklärte Laumann bei einer Diskussionsveranstaltung mit Pflegeschülern im Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie. Alleine im Regierungsbezirk Düsseldorf fehlen gegenwärtig 2000 Pfleger. „Mit diesen würden wir nur den zusätzlichen Bedarf decken“, so Laumann. Mehr Zeit pro pflegebedürftigen Menschen hätten die Pfleger damit aber noch nicht.

„Es gibt keinen sichereren Beruf als die Pflege, außer katholischer Priester, weil es für das Priesteramt kaum noch Anwärter gibt“, scherzte Laumann. Um den wachsenden Bedarf decken zu können, werden verstärkt auch Pflegekräfte im Ausland angeworben. „Und jeder, der in NRW lebt und hier pflegen will, ist herzlich willkommen“, so der Minister.

Einer der den Weg zum Pfleger beschritten hat, ist Adrien Wesse. „Ich wollte eigentlich Medizin studieren, aber die Abi-Note war nicht gut genug“, erklärt Wesse. „Dann habe ich eine Ausbildung zum Krankenpfleger angefangen und dabei festgestellt, dass mir vor allem der Umgang mit alten Menschen richtig Spaß macht.“ So beschloss er, eine Altenpflegerausbildung zu beginnen. Mittlerweile ist er im zweiten Ausbildungsjahr im Seniorenheim Nelly-Sachs-Haus in Stockum. „Im Altenheim kommen Menschen zu uns und verbringen dort ihren Lebensabend. Da baut man eine viel engere Beziehung zu ihnen auf als als Krankenpfleger“, so Wesse. „Aber ich mache auch häufig Sterbebegleitung. Das ist schon eine sehr intensive Erfahrung, Menschen da begleiten zu können.“

Vanessa Thomas wollte eigentlich Medizin studieren. Doch dann entschied sie sich erstmal für ein Freiwilliges Soziales Jahr. „Dabei habe ich dann festgestellt, dass ich nicht das machen möchte, was Ärzte machen“, erklärt Thomas. „Deswegen habe ich mich für den Pflegeberuf entschieden.“ Mittlerweile studiert sie Pflege und Gesundheit im 8. Semester an der Fliedner Fachhochschule in Kaiserswerth.

Johanna Vey kommt aus einer Mediziner-Familie. Doch sie wollte auf keinen Fall Ärztin werden. Aber dann machte sie ein Praktikum in der Pflege. „Ich fand das schön, weil man ganz nah am Patienten dran ist“, erklärt Vey. So entschloss sie sich zu einem dualen Studium Pflege und Gesundheit. Und für sie ist das die perfekte Kombination. „Denn die Pflege ist auf der einen Seite sinnstiftend, und andererseits macht mir das Studium Spaß.“ Dass die drei jungen Leute nach Beendigung von Ausbildung und Studium auch einen Arbeitsplatz in der Pflege bekommen werden, daran hat Sebastian Dorgerloh, Pflegedirektor im Florence-Nightingale-Krankenhaus, keinen Zweifel. „Die Not in der Pflege ist so groß, dass sie ihren Arbeitgeber in der Regel selbst aussuchen können“, erklärt Dorgerloh.

Viele Außenstehende hätten ein falsches Bild von der Pflege. „Die Grundpflege, also beispielsweise das Waschen, wird nicht von Pflegern, sondern Pflegeassistenten gemacht“, erklärt Wesse. Und er wünscht sich mehr Wertschätzung für seinen Beruf. Dem pflichtet Vey bei: „Wir alle lieben unseren Beruf und würden uns mehr Wertschätzung der Politik wünschen.“