Wahlkampf in Düsseldorf Satirepartei wünscht „Pantels Nachfolger im Bundestag alles Gute“

Düsseldorf · Die Partei hat zugegeben, Ende August gefälschte Wahlplakate von CDU-Politikerin Sylvia Pantel mit dem Slogan „Politik für alle weißen Männer und deren Hausfrauen“ in Düsseldorf aufgehängt zu haben.

 Sylvia Pantel stellt sich am 26. September zur Wahl. Sie möchte erneut für die CDU in den Bundestag einziehen.

Sylvia Pantel stellt sich am 26. September zur Wahl. Sie möchte erneut für die CDU in den Bundestag einziehen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Die Satirepartei Die Partei hat am Freitag bestätigt, etwa seit dem 23. August gefälschte Wahlplakate von Sylvia Pantel mit dem Porträt der Politikerin, mit dem CDU-Logo und dem Slogan „Politik für alle weißen Männer und deren Hausfrauen“ an einigen wenigen Standorten in Düsseldorf aufgehängt zu haben. Eine Woche später sei beim Kreisverband eine Abmahnung der Rechtsanwaltskanzlei Höcker eingegangen, die die Satirepartei aufforderte, die Plakate abzuhängen und eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen.

„Der spendenfinanzierte Kreisverband trägt nun die Anwaltskosten, ist nichtsdestoweniger dankbar für den Streisand-Effekt und wünscht Pantels Nachfolger im Bundestag alles Gute“, teilte die Partei in einer Stellungnahme mit, die die Überschrift „Hurra, unser erstes Bekennerschreiben“ hat.

Dass es sich bei den Fake-Plakaten um welche der Satirepartei handelt, sei leicht daran erkennbar gewesen, dass hinter den Pantel-Plakaten immer Motive hingen, auf denen unverkennbar das Die-Partei-Logo und die Internetadresse des Kreisverbandes zu sehen waren.

CDU-Politikerin Sylvia Pantel möchte sich am 26. September erneut in den Berliner Bundestag wählen lassen. Wegen der Persönlichkeitsrechtsverletzung ließ die Politikerin Die Partei über ihre Anwälte abmahnen. „Der Wahlkampf ist – sagen wir mal – speziell“, so Pantel in dieser Woche, die auch davon berichtet hatte, dass in ihrem Namen gefälschte E-Mails verschickt würden und ihr Facebook-Account bereits dupliziert und für Falschaussagen missbraucht worden sei.

Höcker-Anwalt Johannes Gräbig wurde auf der Homepage der Kanzlei so zu der Aktion der Satirepartei zitiert: „Es wird aktuell viel über Wählerbeeinflussung und -manipulation in den sozialen Medien diskutiert. Diese findet jedoch auch offline statt, wie man hier sehen kann. Dass Die Partei nun auch Abmahnkosten zahlen muss und damit weniger Geld für ihren Spaßwahlkampf hat, findet sie vermutlich weniger lustig.“

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