Unternehmen aus Düsseldorf produziert Metal-Shirts für Kinder Wacken kann kommen

Düsseldorf · Wie aus einer Schnapsidee ein Welterfolg wurde: Das Unternehmen Metal Kids in Düsseldorf-Gerresheim produziert T-Shirts und andere Kinderutensilien mit Band-Namen - die auch in Amerika und Asien gekauft werden.

 Tobias Weidhase hat Metal Kids vor 17 Jahrgen gegründet. Längst floriert das Unternehmen prächtig, die T-Shirts werden auch in Amerika und Asien gekauft.

Tobias Weidhase hat Metal Kids vor 17 Jahrgen gegründet. Längst floriert das Unternehmen prächtig, die T-Shirts werden auch in Amerika und Asien gekauft.

Foto: Marc Ingel

Manchmal hat man ja so eine verrückte Geschäftsidee, traut sich nur nicht so recht, sie in die Tat umzusetzen, und dann ist es irgendwann zu spät. Genau das hat Tobias Weidhase nicht getan. Aber von Anfang an: Vor gut 17 Jahren hatte der Gerresheimer einen guten Job bei E-plus im Produktmanagement, verdiente nicht schlecht, ging auf die 40 zu, nur ein bisschen langweilig war’s halt.

Nun muss man wissen, Weidhase ist auch ein glühender Metal-Fan, was man ihm so jetzt nicht ansieht, denn er ist die Ruhe selbst. Aber das heißt ja nichts, denn Musik kann einen zu einem anderen Menschen machen.

Guns’n Roses zählt zu den Bestsellern bei Metal Kids.

Guns’n Roses zählt zu den Bestsellern bei Metal Kids.

Foto: Metal Kids

Weidhase ist auch Vater von zwei Söhnen, die waren damals zwei und vier Jahre alt. Und als seine Frau mal in der Stadt shoppen war, brachte sie von einer Sonderaktion bei H&M ein Motörhead-T-Shirt für einen der Sprösslinge mit. Der stolze Vater war happy, „auch wenn es mir pikierte Blicke auf dem Spielplatz einbrachte“, erinnert er sich.

Leider wuchs Paul schnell aus dem Hemdchen heraus, „und Nachkaufen war nicht. Das gab’s nirgends, auch nicht im Internet, auch nicht von anderen Bands“. Das war quasi die Geburtsstunde von Metal Kids. Weidhase hatte eine Marktlücke entdeckt, entwickelte, akribisch wie er ist, einen Business-Plan, gründete in den eigenen vier Wänden sein eigenes Unternehmen und gab seinen Job auf.

Auch Metallica-Shirts werden häufig gekauft.

Auch Metallica-Shirts werden häufig gekauft.

Foto: Metal Kids

Nur: Mal so eben Motörhead, Metallica oder AC/DC auf ein Kinder-T-Shirt zu drucken und es zu verkaufen, geht natürlich nicht ohne entsprechende Markenrechte. Also schrieb der Firmengründer alle möglichen Bands an, investierte so einiges an Startkapital – bis irgendwann der Knoten platzte: „Der Bandleader von Manowar rief mich an, er fand die Idee cool.“

Zack, war der erste Lizenzvertrag in trockenen Tüchern. Von da an ging es eigentlich nur noch bergauf, die kleine Klitsche wurde zu einem richtigen Unternehmen mit inzwischen vernünftigem Firmensitz an der Schönaustraße, vier Lagern und zehn Mitarbeitern. Nur über Umsätze möchte der 56-Jährige dann aber doch lieber nicht reden. Wie dem auch sei: Hilfreich waren natürlich Verträge mit größeren Labels wie Nuclear Blast, die Merchandisingrechte für mehrere Bands haben. Bestellungen kommen mittlerweile jedenfalls aus der ganzen Welt

Und dennoch: Von selbst geht gar nichts, nur Online-Shop ist zu wenig, und deshalb sind Weidhase und seine Mitarbeiter stets bei großen Festivals von Rock am Ring bis Wacken, das ja ab Ende Juli wieder Heavy-Metal-Fans in Scharen nach Schleswig-Holstein locken wird, mit einem Verkaufsstand vertreten. „Dort Präsenz zu zeigen, ist für uns enorm wichtig, denn viele kennen uns noch nicht, wissen nicht, dass Kinder- und Babyklamotten auch mal schwarz und nicht immer nur rosa oder hellblau sein können“, erzählt Weidhase.

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Besucher sind auf dem schlammigen Festivalgelände unterwegs

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Foto: dpa/Christian Charisius

Das ist dann meist zwar ziemlich stressig, so ein Tag kann schnell mal 14 Stunden dauern – Auf- und Abbau, An- und Abfahrt nicht mit eingerechnet – „aber es hat sich noch jedes Mal gelohnt. Zumal wir uns ja auch gerne zwischendurch die Bands anschauen“, berichtet Marcus Schleutermann, Head of Marketing bei den Metal Kids.

Und: Mit T-Shirts ist es bei den Metal Kids ja längst nicht getan: Es gibt Bodys und Schnuller, Lätzchen und Stoppersocken, Kapuzenjacken mit Kratzschutz für den Hals und ohne Kordel wegen der Strangulationsgefahr. Nicht zu vergessen das AC/DC- oder das Metallica-Bobbycar. Insgesamt 6000 Artikel von mehr als 50 Bands in 400 Designs für Babys bis Teenager.

Bilder des Tages aus Düsseldorf
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Foto: Olaf Oidtmann

Die Textilien sind alle aus Bio-Baumwolle, hergestellt in Bangladesch, „aber unter garantiert fairen Bedingungen, das ist uns ebenso wichtig wie den Bands und den Käufern“, betont Weidhase und fügt hinzu, „dass unsere Reklamationsquote bei unter einem Prozent liegt“. Dann sind Papa und Mama offenbar auch gerne bereit für ein Mini-T-Shirt mal 20 Euro und mehr hinzulegen.

Und noch etwas zum Schluss: Dass unter dem Markenname Metal Kids auch Shirts von Queen oder den Stones verkauft werden, mag ja so gerade eben noch angehen. Theoretisch hat das Gerresheimer Unternehmen jedoch auch die Rechte für die Backstreet Boys. Aber das würde dann doch zu weit gehen.